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Prävention zu Herzen nehmen

05.11.2001
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WELTDIABETESTAG

Prävention zu Herzen nehmen

von Ulrike Wagner, Eschborn 

Am 14. November ist Weltdiabetestag. Unter dem Motto "Die Belastung verringern: Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten" finden weltweit Aktionen statt, unterstützt von der International Diabetes Foundation (IDF) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Auch in Deutschland wird es zahlreiche Veranstaltungen geben, Zentrum ist in diesem Jahr Erfurt. Hauptorganisator ist hier zu Lande die Deutsche Diabetes-Union.

Gemäß dem Motto wollen die beteiligten Organisationen vor allem auf den Zusammenhang zwischen Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufmerksam machen. Diese sind die Haupt-Todesursache bei Diabetikern, meldet die International Diabetes Foundation (IDF). Statistiken haben gezeigt, dass fast 80 Prozent der Menschen mit Diabetes an einer Herz-Kreislauf-Krankheit sterben und dass Diabetiker zwei- bis viermal so häufig Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln wie Menschen ohne Diabetes.

Die Faktoren, die zu dieser Entwicklung beitragen, liegen in der Lebensführung, schreibt Professor Dr. Sir Georg Albert, Präsident der IDF. "Wir leben in einer sich rasch verändernden Welt, in der die sozio-ökonomischen Bedingungen Menschen gezwungen haben, auf der Suche nach Arbeit in die Städte zu ziehen, wo sie dann mehr Stress ausgesetzt sind, wo sie dazu neigen, mehr Fast Food zu essen und sich weniger zu bewegen", so Alberti. Zentrale Botschaft der diesjährigen Kampagne ist, dass sich jeder aktiv um seine eigene Gesundheit kümmern muss. Alberti weist auf ausgeglichene Ernährung, Sport, gute medizinische Betreuung, soziale Kontakte und den Verzicht auf Zigaretten als wichtige Bestandteile eines gesunden Lebens hin, das einer Diabetes-Erkrankung vorzubeugt.

Entwicklungsländer betroffen

Diabetes ist nicht nur ein Problem der Industrienationen. Mindestens 150 Millionen Menschen leiden weltweit an Diabetes und zwei Drittel von ihnen leben in Entwicklungsländern, schreibt Dr. Gro Harlem Brundtland, Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO anlässlich des Weltdiabetestags. Die Länder mit der höchsten Prävalenz für Diabetes im Erwachsenenalter sind zum Beispiel Papua Neu Guinea (15,5 Prozent), Mauritius (15 Prozent), Bahrain (14,8 Prozent), Mexiko (14,2 Prozent) sowie Trinidad und Tobago (14,1 Prozent). Bis zum Jahr 2025 rechnet die WHO mit 300 Millionen Diabetikern.

Die Zahl der Menschen mit einem neu festgestellten Diabetes wächst in allen und besonders in jüngeren Altersgruppen. In manchen Entwicklungsländern sind mehr als 10 Prozent der Menschen zwischen 20 und 30 Jahren an Diabetes erkrankt. Mindestens die Hälfte aller Menschen mit Diabetes mellitus weiß nichts davon. In einigen Ländern mag die Zahl sogar bei 80 Prozent liegen, vermutet die WHO.

Der Weltdiabetestag wird seit 1991 begangen. Die Wahl fiel auf den 14. November, weil an diesem Tag Frederick Banting geboren wurde, der zusammen mit Charles Best die Theorie entwickelt hatte, die 1921 letztlich zur Entdeckung des Insulins führte. Die Erfurter Veranstaltung wird vom Thüringer Landesverband des Deutschen Diabetiker-Bundes und der Thüringer Gesellschaft für Diabetes und Stoffwechselkrankheiten organisiert. Informationen über diese und weitere Aktionen im ganzen Bundesgebiet liefert die Internetseite der Deutschen Diabetes-Union (www.diabetes-union.de). Top

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