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Über Mikronährstoffe informieren

16.08.2004  00:00 Uhr
GMS

Über Mikronährstoffe informieren

von Jürgen Kruse-Jarres, Stuttgart

Auf dem Gebiet der Mineralstoffe und Spurenelemente haben Wissenschaftler in den vergangenen Jahrzehnten viele neue Erkenntnisse gewonnen. Diese sind jedoch immer noch unzureichend in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Die Gesellschaft für Mineralstoffe und Spurenelemente e. V. (GMS) setzt sich dafür ein, die medizinische Bedeutung der Mikronährstoffe hervorzuheben.

Sowohl Mangel als auch Überschuss an Mineralstoffen und Spurenelementen können bei Mensch, Tier und Pflanze zu erheblichen Störungen der physiologischen Lebensabläufe führen. Vor allem die essenziellen Mineralstoffe wie Calcium, Chlorid, Kalium, Magnesium, Natrium, Phosphor und Eisen sowie die Spurenelemente Kobalt, Chrom, Kupfer, Jod, Mangan, Selen, Zink spielen im menschlichen Organismus eine wichtige Rolle. Sie sind an der Regelung des Wasserhaushalts, der Erregbarkeit von Nerven und Muskeln, beim Sauerstofftransport im Blut und einer sehr großen Anzahl weiterer biochemischer Prozesse beteiligt.

Essenzielle Mineralstoffe und Spurenelemente können im Organismus nicht selbst produziert werden und kommen im menschlichen Körper in sehr unterschiedlichen Mengen vor. Je nach Anforderung an den Organismus ist der Bedarf an essenziellen Mikronährstoffen sehr unterschiedlich. Sie werden zwar bei den genannten Prozessen nicht verbraucht, unterliegen jedoch einem ständig variierenden Stoffwechsel und gehen auf natürlichem Wege durch Ausscheidungen verloren. Daher müssen sie durch die Nahrung aufgenommen werden. Bei Unterernährung, Fehlernährung oder einseitiger Ernährung kommt es zu einer reduzierten Versorgung mit essenziellen Mineralstoffen und Spurenelementen. Als Folgen treten vermehrt Mangelsituationen mit entsprechenden Krankheitssymptomen auf.

Um die neuen Erkenntnisse und den wissenschaftlichen Stellenwert der Mineralstoffe und Spurenelemente ins öffentliche Bewusstsein zu tragen, bedarf es der breiten interdisziplinären Zusammenarbeit. Das Themengebiet Mineralstoffe und Spurenelemente bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Medizin, Ernährung, Biologie, Pharmazie, Chemie und verwandter naturwissenschaftlicher Disziplinen. Es bietet somit eine interdisziplinäre Plattform für den Gedankenaustausch zwischen Grundlagenforschung und Praxis. Hierfür wurde 1985 die Gesellschaft für Mineralstoffe und Spurenelemente e. V. gegründet. Sie fördert sowohl die Grundlagenforschung als auch die angewandte Forschung der Mikronährstoffe auf den Gebieten der Analytik, medizinischen Diagnostik und Therapie, der Vorsorgemedizin, der Ernährung, der Toxikologie, der Arbeitsmedizin und des Umweltschutzes sowie des Transfers aus der Theorie in die Praxis.

Hierfür unterstützt die GMS Forschungsvorhaben, wissenschaftliche Kongresse und die Öffentlichkeitsarbeit. Sie pflegt außerdem Beziehungen zu anderen Fachgesellschaften und gibt wissenschaftliche Publikationen heraus. So sind in der Schriftenreihe der GMS bei der Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft inzwischen zwölf Bücher über Mineralstoffe und Spurenelemente erschienen. Die Aufklärung der Ärzteschaft und benachbarter Gebiete gehört dabei ebenso zu den Aufgaben der GMS wie die Information der Bevölkerung. Die Gesellschaft ist Gründungsmitglied der europäischen Dachorganisation „Federation of European Societies on Trace Elements and Minerals“ FESTEM (www.festem.com), die die gleichen Ziele wie die GMS auf internationaler Ebene verfolgt. Außerdem ist sie maßgeblich an der Herausgabe des internationalen „Journal of Trace Elements in Medicine and Biology“ beteiligt.

Interessierte Apotheker, Ärzte, Tierärzte, und Naturwissenschaftler können sich der Gesellschaft für Mineralstoffe und Spurenelemente anschließen. Weitere Informationen und Formulare für Beitrittserklärungen finden sich auf der Website der GMS unter www.gmsev.org.

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