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Neuer Marker bei Prostatakrebs

Datum 08.08.2005  00:00 Uhr

Neuer Marker bei Prostatakrebs

PZ  Heidelberger Wissenschaftler haben eine neue Methode für die Diagnose des Prostatakarzinoms entwickelt, meldet das Deutsche Krebsforschungszentrum. Der Nachweis des Proteins S100A9 im Serum scheint dem des Prostata-spezifischen Antigen (PSA) als diagnostischer Marker überlegen zu sein, da er eine Unterscheidung zwischen gut- und bösartigen Veränderungen erlaubt.

Das Team vom DKFZ nahm Gewebeproben von 75 Patienten, die an Prostatakrebs erkrankt waren, und untersuchte sie auf die Expression zweier Calcium-bindenden Proteine der S100-Familie, S100A8 und S100A9, sowie des Rezeptors RAGE, an den die Proteine binden. Der Rezeptor-Liganden-Komplex löst laut DKFZ offenbar eine Kaskade von zellulären Signalen aus, die letztlich das Teilungs- und Wanderungsverhalten der Zelle beeinflussen.

Im Vergleich zu gutartigem Gewebe war die Expression der drei Marker in Krebsvorstufen und vor allem in fortgeschrittenen Tumoren erhöht, berichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift »Clinical Cancer Research«. Des Weiteren verglichen sie die Serumkonzentrationen von S100A9 bei gesunden Personen, Patienten mit benigner Prostatahyperplasie sowie Krebspatienten und stellten signifikant höhere S100A9-Konzentrationen bei den Tumorpatienten fest. Das Protein kann laut den Autoren daher ein nützlicher Marker sein, um zwischen BPH und Prostatakrebs zu unterscheiden. Darüber hinaus könnte der Komplex aus S100-Ligand und seinem Rezeptor einen möglichen Angriffspunkt für entsprechende Strategien darstellen.

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