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Unbeliebte Alcopops

01.08.2005
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Unbeliebte Alcopops

von Conny Becker, Berlin

Der Trend zu Alcopops ist gestoppt. Diesen Erfolg der seit August 2004 erhobenen Sondersteuer auf die spirituosenhaltigen Modegetränke konnte Marion Caspers-Merk (SPD) vergangene Woche verkünden.

»Ein Drittel der Jugendlichen, die vorher Alcopops gekauft haben, kauft jetzt keine mehr«, sagte die parlamentarische Staatssekretärin und Drogenbeauftragte der Bundesregierung auf einer Pressekonferenz in Berlin. Ein weiteres Drittel ersteht weniger und nur ein Drittel hat sein Kaufverhalten seit dem Sommer 2004 nicht verändert. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hervor. Insgesamt habe es einen Umsatzeinbruch der entsprechenden Produkte von über 75 Prozent gegenüber den Vorjahreszeitraum gegeben, so die Erhebungen eines Marktforschungsunternehmens.

Als Hauptgrund für ihren verminderten Konsum nannten die Jugendlichen die Preiserhöhung bei den Alcopops (63 Prozent). Doch auch die verstärkte Aufklärung hat zu der Verhaltensänderung geführt: So gaben 40 Prozent an, jetzt besser über die gesundheitlichen Wirkungen Bescheid zu wissen, und 27 Prozent, dass sie beim Kauf häufiger nach dem Alter gefragt würden.

Erfreulicherweise greifen die Befragten nicht nur deutlich seltener zu Alcopops, sondern konsumieren auch insgesamt weniger Alkohol. Während 12- bis 17-Jährige in 2004 noch 44 g Alkohol zu sich nahmen, sind es aktuell 36 g. Somit ist es nicht zu Substitutionseffekten gekommen. Die Häufigkeit des Konsums von Bier oder Spirituosen blieb konstant, die von Wein/Sekt und Cocktails/Longdrinks ging sogar signifikant zurück. Hier fehlen zumeist die Attribute, die Alcopops laut Caspers-Merk so beliebt gemacht haben: »süß, fruchtig, im Schulranzenformat und taschengeldfähig«.

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