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Inkontinenz auch nach Kaiserschnitt

10.03.2003
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Inkontinenz auch nach Kaiserschnitt

von Ulrike Wagner, Eschborn

Frauen, die ihr Kind durch Kaiserschnitt zur Welt bringen, haben im Vergleich zu Frauen, die nie ein Kind geboren haben, ein erhöhtes Inkontinenzrisiko. Allerdings erhöht eine normale Geburt das Risiko zusätzlich. Das ist das Ergebnis einer norwegischen Forschergruppe, die die Daten von mehr als 15.000 Frauen auswertete.

Das Risiko der Inkontinenz wird von vielen Frauen, aber auch von Ärzten, als Argument für einen Kaiserschnitt auf Wunsch vorgebracht. Bislang gab es dazu jedoch kaum valide Daten. Die im New England Journal of Medicine (Band 348, Seite 900 bis 907) veröffentlichte Studie zeigt jetzt, dass auch ein Kaiserschnitt das Inkontinenzrisiko erhöht – und zwar um den Faktor 1,5. Die Prävalenz lag bei Frauen ohne Kinder bei 10,1 Prozent, bei Frauen mit Kaiserschnitt-Geburten bei 15,9 Prozent und bei Frauen mit vaginalen Geburten bei 21 Prozent (Faktor 2,3 im Vergleich zu kinderlosen Frauen). Diese Unterschiede zeigen sich jedoch nur bei Frauen unter 50 Jahren, danach gleichen sich die Inkontinenzraten in den verschiedenen Gruppen aneinander an. Auch wenn der Kaiserschnitt letztlich mit einem geringeren Inkontinenzrisiko verbunden ist, sollten diese Daten nicht als Argument für einen solchen Eingriff ins Feld geführt werden, betonen die Autoren.

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