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Stirn trotzt Müdigkeit

14.02.2000  00:00 Uhr

-MedizinGovi-Verlag

Stirn trotzt Müdigkeit

dpa-Artikel

Schlafentzug macht bestimmte Bereiche des Gehirns besonders munter. Das berichten Wissenschaftler der University of California, San Diego, in "Nature" (Band 403, Nummer 6770, Seite 655). Sie maßen bei drei Freiwilligen die Aktivität verschiedener Abschnitte des Hirns, während die Versuchspersonen nach einer durchwachten Nacht Gedächtnisübungen absolvierten.

Erwartungsgemäß war das Erinnerungsvermögen nach dem Schlafentzug deutlich schlechter als sonst. Doch entgegen den Erwartungen der Wissenschaftler nahm dabei die Aktivität im Stirnhirn, dem präfrontalen Cortex, nicht ab sondern zu. Die Temporallappen, die bei Ausgeschlafenen an Lernprozessen beteiligt sind, blieben dagegen nach einer schlaflosen Nacht untätig.

Die Wissenschaftler schließen daraus, dass einerseits sonst ruhende Gehirnareale genutzt werden, um Ausfälle durch den Schlafentzug zu kompensieren. Andererseits könnte die erhöhte Aktivität in der Denkerstirn dem Kampf gegen die Schläfrigkeit gelten, vermuten die Forscher. Denn sie konnten im Stirnhirn umso stärkere Signale messen, je müder die Versuchspersonen sich subjektiv fühlten.

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