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Malaria-Impfung in Sicht

06.12.2004
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Malaria-Impfung in Sicht

PZ  Eine Vakzine mit genetisch modifizierten Plasmodien kann Mäuse vor Malaria schützen. Diese hoffnungsvollen Ergebnisse stellten Forscher der Universität Heidelberg zusammen mit ihren amerikanischen Kollegen in einer Online-Vorveröffentlichung des Fachmagazins Nature vor (doi:10.1038/nature03188).

Die Wissenschaftler hatten in früheren Untersuchungen entdeckt, dass Plasmodien, die einen Defekt im Gen UIS3 aufwiesen, zwar in die Leberzellen ihrer Wirte eindringen, sich aber nicht zu den die Erythrozyten befallenden Merozoiten entwickeln können. Diese defizienten Erreger riefen daher im Gegensatz zum Wildtyp auch keine Erkrankungen bei den Tieren hervor.

Daraufhin spritzten die Forscher 20 Mäusen intravenös eine Initial- und zwei Boosterimpfungen mit entsprechend genetisch modifizierten Sporozoiten in zwei verschiedenen Dosierungsschemata. Alle geimpften Tiere waren sieben Tage später vor Malaria gefeit, während die neun nicht geimpften Kontrolltiere nach der Gabe von Wildtyp-Sporozoiten erkrankten. In weiteren Tests schützte die Vakzine auch nach einem beziehungsweise zwei Monaten vor einer Erkrankung, ebenso bei Stichen infizierter Mücken. Für einen sicheren Schutz ist laut den Tests der zweite Booster nötig, ohne ihn erkrankten drei von zehn Tieren. Gegen injizierte Blutschizonten konnte die Vakzine erwartungsgemäß nicht schützen, was belegt, dass sie eine spezifische Immunität gegen die prä-erythrozytären Stadien der Erreger hervorruft.

Die Forscher hoffen nun, eine Impfung für den Menschen zu entwickeln und sind dabei optimistisch: Denn ebenso wie Plasmodium berghei, welches für Nagetiere pathogen ist, weist auch Plasmodium falciparum das UIS3-Gen auf. Wenn sie dieses bei den menschlichen Malaria-Erregern ausschalten, eine Vakzine herstellen und erfolgreich testen, könnte künftig eine Infektion ihren Schrecken verlieren, der derzeit jährlich Millionen Menschen zum Opfer fallen. Top

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