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Doppelter Test verbessert die Früherkennung

26.09.2005
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Gebärmutterhalskrebs

Doppelter Test verbessert die Früherkennung

PZ/dpa  Durch eine Kombination von zwei Früherkennungstests lässt sich die Diagnose von Gebärmutterhalskrebs deutlich verbessern. Das sei das Ergebnis einer europäischen Studie mit rund 35.000 Frauen, sagte der Virologe Thomas Iftner anlässlich einer Konferenz in Tübingen.

In der bisherigen Früherkennungspraxis machen Ärzte meist nur einen so genannten PAP-Test. Der ist benannt nach dem amerikanischen Arzt George Nicholas Papanicolaou, der eine Methode zur Beurteilung von Zellen entwickelte. Ärzte entnehmen dabei Zellen aus dem Gebärmutterhals und untersuchen, ob sich an ihnen Veränderungen feststellen lassen. Mit dem HPV-Test auf Papillomviren können Ärzte zudem feststellen, ob eine Infektion mit diesen Erregern vorliegt, von denen einige Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Da eine Virusinfektion allerdings nicht unbedingt zu einer Tumorbildung führt, ist den Angaben zufolge der PAP-Test weiterhin nötig. Nur so lässt sich sagen, ob eine krankhafte Veränderung der Gebärmutterhalszellen vorliegt und eine Behandlung notwendig ist.

In Tübingen stellten Forscher nun die Ergebnisse einer von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebenen Studie vor, in der insgesamt 35.000 Frauen aus Deutschland, England, Frankreich, Dänemark, Schweden und Spanien über einen Zeitraum von zehn Jahren untersucht wurden. In allen teilnehmenden Ländern entwickelte weniger als 1 Prozent der Patientinnen mit negativem HPV- und negativem PAP-Test Vorstufen eines Gebärmutterhalskrebses. Von den Frauen mit negativem PAP-, aber positivem HPV-Test entwickelten bis zu 17 Prozent Tumorvorstufen. Waren beide Tests positiv, stellten Ärzte bei 45 Prozent der Patientinnen ein Krebsvorstadium fest. »Dieses Resultat offenbart, dass die Kombination aus bisheriger Früherkennungspraxis und dem HPV-Test eine deutlich höhere Sicherheit für die Frauen bringt und risikofrei eine Verlängerung der Untersuchungsintervalle erlaubt«, sagte Iftner. Diese Verlängerung der Intervalle von einem auf drei Jahre könne auch die Mehrkosten, die durch den zusätzlichen DNA-Test entstünden, wieder auffangen. Top

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