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Immunzellzahl kann Rezidivrisiko vorhersagen

19.09.2005
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Brustkrebs

Immunzellzahl kann Rezidivrisiko vorhersagen

von Christina Hohmann, Eschborn

Eine neue Methode, das Rezidivrisiko von Brustkrebspatientinnen zu ermitteln, haben Forscher von der Stanford-University-School-of-Medicine in Kalifornien entwickelt. Die Immunzellzahl in den axillären Lymphknoten soll den Krankheitsverlauf prognostizieren können.

Bisher untersuchen Mediziner die Lymphknoten in den Achseln nach eingewanderten Tumorzellen, um vorhersagen zu können, ob ein Rückfall zu erwarten und wie aggressiv der Krebs zu behandeln ist. Neue Forschungsergebnisse von Professor Dr. Peter Lee und seinen Kollegen zeigen nun, dass die Zusammensetzung der Immunzellen in den Lymphknoten eine genauere Prognose zulässt als die Anwesenheit von Tumorzellen.

Die Forscher untersuchten eingefrorene Lymphknoten von insgesamt 77 Brustkrebspatientinnen, die bereits vor mehr als fünf Jahren entnommen worden waren, und verfolgten den Krankheitsverlauf der Patientinnen. Alle Frauen wiesen zum Zeitpunkt der Entnahme Tumorzellen in einigen Lymphknoten auf, aber weniger als die Hälfte von ihnen entwickelte in den nächsten fünf Jahren ein Rezidiv.

Mit Hilfe von spezifischen Antikörpern spürten die Wissenschaftler verschiedene Immunzelltypen im Gewebe auf: zytotoxische T-Zellen, T-Helfer-Zellen und dendritische Zellen. Dabei entdeckten sie, dass die Patientinnen sich anhand der Immunzellzahl in zwei Gruppen einteilen ließen. Frauen mit einem »günstigen« Immunprofil, das heißt einer hohen Konzentration von T-Helfer-Zellen und dendritischen Zellen in den axillären Lymphknoten, blieben mit einer Wahrscheinlichkeit von 85 bis 90 Prozent über fünf Jahre tumorfrei. Patientinnen mit einem »ungünstigen« Profil hatten dagegen nur eine Chance von 15 Prozent, kein Rezidiv zu entwickeln. Die Prognose konnte dabei allein anhand der Zellzahl gemacht werden, unabhängig davon, ob sich Tumorzellen im Lymphknoten befanden oder nicht. Die Forscher hoffen, mit ihren Ergebnissen eine verlässliche Technik entwickeln zu können, die genauer vorhersagt, welche Patientin von einer aggressiven Therapie profitiert und welcher Patientin man die nebenwirkungsreiche und teure Behandlung ersparen kann. Top

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