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Frauen beraten Frauen

16.09.2002
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Brustkrebs

Frauen beraten Frauen

von Brigitte M. Gensthaler, München

Das Pilotprojekt „Patientinnen beraten Patientinnen“ will Frauen mit Brustkrebs schon in der Klinik helfen, ihre Diagnose und Therapie besser zu verstehen.

Mit dem Konzept geht die Frauenklinik der Technischen Universität München, Klinikum rechts der Isar, gemeinsam mit dem Verein brustkrebs-muenchen e. V. neue Wege. Die Journalistin Renate Haidinger stellte das im Juli gestartete Projekt Anfang September während eines Symposiums an der TU München vor.

Gerade in der Klinik, wenn die Patientin zum ersten Mal mit der Diagnose Brustkrebs und möglichen Therapien konfrontiert wird, sind Ängste und das Bedürfnis nach Information besonders groß. Hier kann das Gespräch mit einer selbst betroffenen Frau sehr hilfreich sein. Haidinger, die im Dezember 2000 an Brustkrebs erkrankte und ein Jahr später den Verein gründete, berät Frauen in einer festen Sprechstunde zweimal wöchentlich direkt in der Frauenklinik.

„Ich versuche, die Angst zu nehmen, Therapien zu erklären und Perspektiven aufzuzeigen“, erklärt Haidinger. „Ich will den Frauen zeigen, dass man nicht Tag für Tag gegen den Krebs kämpfen muss“. Die couragierte Frau gibt konkrete Hilfestellung und vermittelt Wissen, damit Frauen als informierte Patientinnen die Therapie durchlaufen. Damit will das Projekt, das von Privatdozentin Dr. Nadia Harbeck geleitet und von der Dr. Sepp und Hanne Sturm-Gedächtnisstiftung gefördert wird, die Partnerschaft zwischen Patientin und Arzt fördern.

Das Projekt wird auch dazu führen, dass Frauen mehr Forderungen an die Forschung stellen, ist sich Haidinger sicher. Dies ist notwendig, denn in Deutschland erkranken jährlich etwa 50.000 Frauen neu an dem Tumor und 53 Frauen sterben täglich an dieser Krankheit. Mit zahlreichen Veranstaltungen will der Verein das Bewusstsein wecken, dass Brustkrebs alle betreffen kann. Termine und weitere Informationen sind unter www.brustkrebs-muenchen.de zu finden.

 

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