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WHO intensiviert Kampf gegen Polio

04.08.2003
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WHO intensiviert Kampf gegen Polio

dpa  Mit einer groß angelegten Impfaktion gegen Kinderlähmung möchte der neue Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, der Südkoreaner Jong Wook Lee, die Krankheit weltweit ausrotten. Von Ende August bis Dezember sollten in den hauptsächlich betroffenen Ländern insgesamt 175 Millionen Kinder geimpft werden.

Das Erreichen des Ziels hänge vom Erfolg dieser Kampagne in Indien, Nigeria, Pakistan und Ägypten ab. In diesen Ländern würden 99 Prozent aller neuen Fälle weltweit gezählt, erläuterte Lee vergangene Woche in Genf. Ferner seien Afghanistan, Niger und Somalia betroffen. Lee ernannte den SARS-Experten David Heymann zum zuständigen WHO-Spezialisten für die Ausrottung der Kinderlähmung.

Von den betroffenen Ländern werde das Virus immer wieder neu verbreitet, erläuterte Heymann. Sorge bereiteten der WHO unter anderem die neuen Fälle in Indien. Im Januar sei erstmals seit zehn Jahren wieder ein Kind im Libanon an Kinderlähmung erkrankt. Das Virus sei aus Indien eingeschleppt worden. Außerdem habe sich der Erreger in den vergangenen zwölf Monaten von Nigeria auf Nachbarländer ausgebreitet, die bereits als frei von Kinderlähmung galten. Probleme bei der neuen Impfkampagne bereite vor allem die Infrastruktur der betroffenen Länder, hieß es weiter. Es sei sehr schwierig, jedes einzelne Kind zu erreichen.

Die WHO hatte das Programm zur Ausrottung der Kinderlähmung 1988 gestartet. Mittlerweile ist die Zahl der Länder, in denen noch Kinderlähmung auftritt, von 125 auf sieben gesunken. Top

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