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Neue Strategie gegen HI-Viren

01.08.2005
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Neue Strategie gegen HI-Viren

PZ  Heidelberger Forscher haben einen neuen Ansatz für die Entwicklung von HIV-Medikamenten entdeckt. Wie sie in »Nature structural and molecular biology« berichten, konnten sie in vitro den Aufbau der Virushülle verhindern (doi:10.1038/nsmb964).

Den so genannten CAI (Capsid-Aufbau-Inhibitor), ein Peptid aus zwölf Aminosäuren, hatte das Team um Professor Dr. Hans-Georg Kräusslich mittels Phagen-Display-Technologie identifiziert.

Das HI-Virus wird von der infizierten Zelle als ein unreifer, nicht infektiöser Partikel freigesetzt, der eine Proteinhülle aus circa 5000 so genannten Gag-Molekülen besitzt. Erst außerhalb der Zelle beginnen virale Proteasen, die Gag-Polyproteine zu spalten, wobei unter anderem das Capsid entsteht, aus dem die Hülle des reifen Virus aufgebaut ist.

Der im Screening gefundene CA-Inhibitor bindet an die Capsid-Region und verhindert eine Dimerisierung der Hüllproteine und somit sowohl den Aufbau der unreifen Gag-Hülle als auch des Capsids. Dabei setzt er sich in eine reaktive hydrophobe Tasche der Capsid-Domäne, wie die Wissenschaftler in Röntgenstrukturanalysen zeigen konnten. Da die Kristallstruktur des Komplexes bekannt ist, sehen sie hier einen viel versprechenden Ansatz für das Drugdesign neuer antiviraler Substanzen. Der peptidische CA-Inhibitor selbst kann auf Grund kurzer Halbwertszeit und schlechter Bioverfügbarkeit nicht als Medikament, aber als Leitsubstanz dienen. Top

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