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Über Osteoporose aufklären

17.06.2002  00:00 Uhr

Über Osteoporose aufklären

von Brigitte M. Gensthaler, München

Schon heute leiden in Deutschland etwa sieben Millionen Menschen an Osteoporose. Die meisten wissen jedoch nichts davon und viele kennen die Krankheit nicht einmal. Eine bayernweite Aufklärungsaktion will dagegen angehen.

Eine EMNID-Umfrage zeigte die Wissenslücken. Nicht einmal die Hälfte der mehr als 2000 Befragten kannte die Krankheit wenigstens "dem Namen nach". Zwei Drittel der Befragten waren überzeugt, selbst kein Risiko für den Knochenschwund zu haben. Jedoch gaben 12 Prozent an, dass in ihrer Familie eine Vorbelastung bestehe. Ausführliche Informationen über die Erkrankung wünschten sich zwei Drittel.

Angesichts der hohen Verbreitung hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Osteoporose in die Liste der zehn weltweit bedeutendsten Krankheiten aufgenommen. "Jede vierte Frau über 50 Jahren wird die Krankheit entwickeln. Bei etwa drei Millionen Frauen ist sie manifest, aber zum Teil noch nicht diagnostiziert und therapiert", stellte Professor Dr. Friedhelm Raue, Heidelberg, vor Journalisten fest. Der Verlust an Knochenmasse sei meist nicht lebensbedrohlich, aber jeder fünfte Patient versterbe im ersten Jahr nach einer Schenkelhalsfraktur. Ein Drittel der Patienten mit Wirbelkörperdeformationen ist auf fremde Hilfe angewiesen, nach einem Oberschenkelhalsbruch ist es sogar jeder zweite.

Um die Menschen besser über Osteoporose aufzuklären, veranstaltet der Sozialverband VdK Bayern derzeit gemeinsam mit der Initiative "Gut gerüstet - Osteoporose erkennen, verstehen, behandeln" die Aktion "Blickpunkt Knochen". In 18 bayerischen Städten bietet ein Osteoporose-Camper Informationen über die Krankheit. Hauptzielgruppe sind Frauen ab der Lebensmitte. Info-Material mit einem Risiko-Selbsttest gibt es bei der Initiative, Postfach 300262, 93035 Regensburg. Top

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