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Herz in Gefahr bei Diabetes

23.05.2005  00:00 Uhr

Herz in Gefahr bei Diabetes

von Brigitte M. Gensthaler, München

»Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7!« Unter diesem Motto tourte eine Diabetes-Aufklärungsaktion, die Sanofi-Aventis mit zahlreichen Kooperationspartnern ins Leben gerufen hat, zwei Monate durch sieben deutsche Großstädte.

Im Rahmen der Aktion informierten sich rund 60.000 Besucher an den Ständen, hieß es bei der letzten Station in München. Neben Information und Beratung zu Ernährung, Sport, Fußpflege oder Komplikationen wurden Blutzucker, HbA1C-Wert, Blutdruck und Taillenumfang gemessen, rund 14.000 Infobroschüren verteilt und 7500 Risikochecks vorgenommen. Die anonymen Daten sollen bis zum Herbst ausgewertet werden.

Etwa drei Viertel aller Diabetespatienten sterben an Herzinfarkt oder Schlaganfall. Oft sei der Herzinfarkt sogar der erste Hinweis auf einen bis dato unbekannten Diabetes, warnte Professor Dr. Diethelm Tschöpe, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung »Der herzkranke Diabetiker«. Da Diabetiker häufig auch eine Neuropathie entwickeln, ändere sich die Wahrnehmung des ischämischen Herzschmerzes. So gehe bei einem Herzinfarkt wertvolle Zeit verloren, bis ein Arzt gerufen wird. Zudem litten Diabetiker häufiger unter einer komplizierteren Form der Arteriosklerose, die sie anfälliger für Koronarthrombosen macht.

In den letzten 40 Jahren hat sich die Zahl der Deutschen mit Typ-2-Diabetes mehr als verzehnfacht, berichtete Professor Dr. Hans Hauner von der TU München. Bekannt sind rund sechs Millionen Diabetiker, die Dunkelziffer soll bei zwei bis drei Millionen liegen. Jährlich wächst die Zahl um 4 bis 5 Prozent; das entspricht etwa 300.000 Menschen. »Ein Ausdruck der Überflussgesellschaft.« Aber auch der Typ-1-Diabetes nimmt um etwa 4 Prozent pro Jahr zu, so Hauner. Top

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