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Mit gemeinsamen Projekt gegen Polio

03.05.1999  00:00 Uhr

-MedizinGovi-Verlag

Mit gemeinsamen Projekt
gegen Polio

PZ. Das Robert Koch-Institut (RKI) beteiligt sich mit Einsätzen in Burkina Faso und im Tschad an der globalen "Stop Transmission of Polio (STOP)" Initiative der WHO, die die weltweite Ausrottung der Poliomyelitis bis zum Jahr 2000 zum Ziel hat.

In einigen Regionen der Welt sind Polioviren immer noch häufig verbreitet. Deshalb wird in der Endphase der WHO-Initiative jetzt ein Team internationaler Experten (STOP-Team) mobilisiert. Auch das RKI beteiligt sich an der Mobilisierung des STOP-Teams, dessen Mitglieder zur Unterstützung der WHO-Kampagne in Ländern Südasiens und Zentralafrikas, die als Polio-Reservoir gelten, eingesetzt werden.

Zwei Infektionsepidemiologinnen sollen im Mai ihre Arbeit in Burkina Faso beziehungsweise im Tschad aufnehmen. Vor Ort werden die Wissenschaftlerinnen die lokalen Gesundheitsbehörden bei Impfaktionen unterstützen. Darüber hinaus sollen sie die Poliosituation überwachen, daß heißt Patienten mit schlaffer Lähmung - einem typischen Merkmal dieser Krankheit - aufsuchen, um Polioviren aufspüren und analysieren zu können.

1988 wurde von der WHO in Genf die weltweite Polio-Eradikations-Initiative beschlossen. Zu diesem Zeitpunkt spielte die durch das Poliovirus verursachte Erkrankung in den Industrienationen dank effektiver Impfstoffe bereits keine wesentliche Rolle mehr. Globale Überwachungsprogramme hatten jedoch gezeigt, daß das Poliovirus in zahlreichen Schwellen- und Entwicklungsländern nach wie vor weit verbreitet war. Jährlich erkrankten Tausende von Kindern an der Viruskrankheit, die häufig zu schweren und irreversiblen Behinderungen oder sogar zum Tod führte.

Das Konzept zur Polio-Eradikation wurde von der WHO in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Behörde CDC und Rotary International in Anlehnung an die erfolgreiche Pocken-Eradikation in den sechziger und siebziger Jahren erarbeitet. Rotary International hat die WHO für die Polio-Ausrottung bisher mit Spenden von über 400 Millionen Dollar unterstützt.

Ebenso wie beim Pockenvirus (Variola) ist die Eradikation des Poliovirus, im Gegensatz zu den meisten anderen Infektionserregern, möglich. Dieses Virus betrifft ausschließlich den Menschen, stirbt in der Außenwelt ab, und es stehen effektive, preiswerte Impfstoffe zur Verfügung. Die von der WHO ergriffenen Maßnahmen haben in den letzten zehn Jahren weltweit zu einem Rückgang der Kinderlähmung von 85 Prozent geführt.

Derzeit ist das Poliovirus jedoch noch immer in einigen Ländern Südasiens (Bangladesh, Nepal, Pakistan) und Zentralafrikas (Benin, Burkina Faso, Kenia, Niger, Togo, Tschad, Uganda) verbreitet.

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