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Stiftung hilft betroffenen Familien

20.10.2003
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Diabetes bei Kindern

Stiftung hilft betroffenen Familien

von Anke Pfleger, Eschborn

Immer häufiger sehen sich Eltern mit der Diagnose „Ihr Kind hat Diabetes“ konfrontiert. Die Nachricht wirft Fragen und Ängste auf. Was nun? Die Stiftung „Das zuckerkranke Kind“ unterstützt betroffene Familien, betreibt Aufklärung und setzt sich für die Erforschung der Stoffwechselstörung ein.

In Deutschland erkranken täglich drei bis vier Kinder unter 15 Jahren an Typ-1-Diabetes, Tendenz steigend. In den vergangenen zehn Jahren verdoppelte sich die Zahl der Neuerkrankungen. Bundesweit leben derzeit rund 20.000 Kinder und Jugendliche mit der Krankheit. Aber auch der bisher als „Alterszucker“ bezeichnete Typ-2-Diabetes breitet sich aus, vor allem bei übergewichtigen Kindern. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Universität Ulm. Von 500 fettsüchtigen Kindern und Jugendlichen hatten 7 Prozent einen beginnenden oder bereits bestehenden Typ-2-Diabetes.

Die Stiftung „Das zuckerkranke Kind“ wurde 1993 als Tochterorganisation der Deutschen Diabetes-Stiftung gegründet und feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Ingrid Pfaff, Mutter eines an Diabetes erkrankten Sohnes und Mitarbeiterin der Stiftung, wird von Eltern oft mit der Frage konfrontiert: „Wie lange muss mein Kind noch spritzen? Wie weit ist die Forschung vorangeschritten, um Diabetes womöglich bald heilen zu können?“ Manchmal stehen Eltern auch vor dem Problem, dass ihr Kind sich weigert zu spritzen. „Da ist sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt“, so Frau Pfaff. Bei einigen Kindern sei es ratsam, einen Jugendpsychologen hinzuzuziehen.

Neben der Betreuung betroffener Familien unterstützt die Organisation Forschungsvorhaben und innovative Projekte junger Wissenschaftler, die ansonsten wenig Chancen auf Förderung hätten, heißt es in den Presseunterlagen. Dabei wird jeder Antrag gründlich geprüft. Im Gegensatz zu schwerfälligen Begutachtungsverfahren der klassischen Forschungsförderung können die Antragsteller nach einem unbürokratischen Verfahren in der Regel bereits nach sechs bis acht Wochen über die genehmigten Mittel verfügen.

So unterstützte die Stiftung im Laufe der Jahre eine Reihe von Forschungsarbeiten. Dazu zählen zum Beispiel Untersuchungen am Diabetes-Institut in München. Wissenschaftler wiesen dort einen Antikörper nach, der bereits bei gesunden Kindern unter drei Jahren auf einen sich entwickelnden Diabetes hinwies. Ärzte der Kinderklinik Tübingen konnten zeigen, dass die Neuerkrankungsrate an Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland im vergangenen Jahrzehnt um 50 Prozent anstieg. Inzwischen sind auch einzelne Abschnitte von spezifischen Eiweißen bekannt, die Autoimmunreaktionen auslösen. Ziel dieser Untersuchungen an der Universität Ulm ist es, Wege zur Immunisierung gegen den Diabetes zu finden und somit vor Diabetes zu schützen.

Apotheker, die ihre Kunden über die Stiftung „Das zuckerkranke Kind“ informieren möchten, können Informationsmaterialien unter der Hotline-Nummer (07 00) 39 55 51 11 anfordern.

 

Kontakt

Stiftung „Das zuckerkranke Kind“
Professor Dr. Eberhard Heinze
Prittwitzstraße 43
89075 Ulm
Telefon (07 00) 39 55 51 11
Fax (07 00) 39 55 52 22
info@dzk.de
www.das-zuckerkranke-kind.de

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