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Rufzeichen Gesundheit für Kinderkrebsstiftung

15.11.2004  00:00 Uhr
Preisverleihung

Rufzeichen Gesundheit für Kinderkrebsstiftung

von Thomas Bellartz, Berlin

Die Deutsche Kinderkrebsstiftung mit ihrem Projekt „Waldpiraten-Camp“ wurde in der vergangenen Woche in Berlin mit dem diesjährigen Gesundheitspreis „Rufzeichen Gesundheit“ ausgezeichnet. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wurde von Gesundheits-Staatssekretärin Marion Caspers-Merk (SPD) verliehen.

Der Leserpreis der Apotheken-Umschau wurde zum dritten Mal verliehen. Wie im Vorjahr trafen sich Gäste aus Politik, Gesundheitsbranche und Wirtschaft im Hotel Adlon am Pariser Platz, um bei der Verleihung dabei zu sein. Begrüßt wurden sie von Dr. Karl-Josef Schaltenberg, Hauptgeschäftsführer des Wort und Bild-Verlags. Der Vorstandssprecher der Deutschen Kinderkrebsstiftung, Ulrich Ropertz, nahm den Preis - 25.000 Euro und die Plastik „Rufzeichen" des Künstlers Professor Fritz Koenig aus der Hand der Staatssekretärin entgegen. Caspers-Merk war kurzfristig für Ministerin Ulla Schmidt (SPD) eingesprungen, die in den Haushaltsausschuss geeilt war.

Deren Parteigenossin Helga Kühn-Mengel, die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, würdigte den Preisträger mit einer Laudatio. Sie lobte auch die anderen drei der insgesamt 80 eingereichten Projekten für ihr Engagement, und betonte, sie hätte am liebsten allen einen Preis verliehen. Altbundespräsident Professor Dr. Roman Herzog hielt im Anschluss an die Preisverleihung den erwartet launigen Festvortrag der diesjährigen Veranstaltung. Den Preis stiftete Die Deutsche Kinderkrebsstiftung hat sich zur Aufgabe gesetzt, die Forschung zu intensivieren und die Qualität der Behandlung krebskranker Kinder zu erhöhen. Zu diesem Zweck vergibt sie entsprechende Finanzmittel an spezielle Kinderkrebszentren und sorgt für die Erhaltung eines hohen Therapiestandards. Die Behandlungsmethoden sollen nicht nur effektiver, sondern auch schonender werden. Finanzschwachen betroffenen Familien hilft die Stiftung mit einem Sozialfond, die Belastungen erträglich zu halten.

2003 wurde das Projekt „Waldpiraten-Camp" in der Nähe von Heidelberg eröffnet. Während eines zehntägigen Aufenthaltes haben die krebskranken Kinder Gelegenheit, neues Lebensgefühl zu gewinnen. Unter dem Motto „Mut tut gut“ knüpfen sie Kontakte zu Gleichaltrigen, klettern im Hochseilgarten und lernen dabei, mit ihren veränderten Körpern vertrauter und sicherer umzugehen. Durch Einzelgespräche, spezielle Therapiespiele, Entspannungsübungen, aber auch Gespräche mit Schicksalsgenossen gewinnen sie neue Unabhängigkeit und Selbstsicherheit. Ziel der Freizeit im Camp ist es auch, den kleinen Patienten wieder ein Stück ihrer Kindheit zurückzugeben. Finanziert wird dieses Projekt weitgehend durch die Deutsche Kinderkrebsstiftung, sowie eine geringe Anmeldegebühr von 60 Euro und durch Spendenmittel.

Eine Jury hochrangiger Experten aus Institutionen des Gesundheitswesens, darunter die Präsidentin der Deutschen Schmerzliga, Dr. Marianne Koch, und ABDA-Präsident Hans-Günter Friese, hatte vier Kandidaten nominiert, unter denen die Leser der Apotheken-Umschau den Preisträger telefonisch und per Postkarte bestimmten. Neben der „Deutschen Kinderkrebsstiftung" waren nominiert: die Kinderschmerzambulanz, Datteln, die einzige interdisziplinäre Ambulanz zur Betreuung von Kindern mit chronischen Schmerzen, Home Care Berlin e.V., ein Palliativ-Projekt für die intensive Versorgung schwerstkranker Krebspatienten in der häuslichen Umgebung und die Projektgruppe Alkohol, die sich für mehr Verständnis gegenüber alkoholkranken Patienten stark macht. Der Gesundheitspreis wurde zum dritten Mal verliehen. Bisher ging der Preis an das Kinderhospiz Balthasar in Olpe (2002) und an den Bunten Kreis e.V., Augsburg (2003). Top

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