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Farben der Lebenslust

08.11.2004
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Kunst gegen Krebs

Farben der Lebenslust

von Ulrike Abel-Wanek, Frankfurt am Main

Er ist ein Meister der Groteske und Schöpfer farbgewaltiger Fantasiegestalten. Der spanische Maler Gustavo präsentiert eine Auswahl skurriler Werke in der Frankfurter Kunst-Wort-Galerie. Der Erlös der Ausstellung soll Forschungsprojekte der Deutschen Krebsgesellschaft und den Balearischen Hilfsverein für Eltern krebskranker Kinder unterstützen.

Seit Jahren schon fördert der Künstler zahlreiche Benefizaktionen, zum Beispiel für die Unicef oder die Christiane-Herzog-Stiftung für Mukoviszidose-kranke Kinder. Mit seinen heiteren, aber auch hintersinnigen Bildern malte sich der 1939 in Cartagena geborene Gustavo bereits in die Herzen vieler Berliner. 20 Jahre lang lebte er in der heutigen Hauptstadt, hatte dort zahllose Einzel- und Gruppenausstellungen und gestaltete unter anderem mehrere Häuserfassaden mit seinen fröhlichen Figuren. Fast jeder Berliner kennt das Gustavo-Haus in Lichtenberg, einen ehemals tristen Plattenbau, auf dem sich seit 1999 gewaltige bunte Burschen um die Gebäudeecken wickeln. Sein Stil ist unverwechselbar, man erkennt ihn sofort. Er pendelt irgendwo zwischen Expressionismus und Surrealismus, erinnert manchmal an naive Kunst, passt aber eigentlich in keine Schublade. Seine Fans lieben die „absurden Gestalten in abstrusen Situationen in einer verkehrten Welt. Seine Farben der Lebenslust und seine vollendete Kunst der Übertreibung üben eine subversive Kraft aus, die die Zahl seiner Anhänger täglich größer werden lässt“, schwärmen die Ausstellungsmacher Alfred Ernst und Dr. Guiseppe Gianni.

Gustavos Malerei ist sehr dekorativ, was Kritiker seiner Kunst mit Skepsis betrachten. Doch bei aller Farbe und Fröhlichkeit sind seine Figuren auch voller Ironie und Witz und parodieren die Welt und den ganz normalen Wahnsinn des Alltags. So wie die Werke, sind auch ihre unverzichtbaren „erzählerisch-skurrilen Titel“: Intellektuelle Schwule, Fans von Borussia Dortmund, tauschen Erfahrungen aus in einer mallorquinischen Finca“.... nennt er zum Beispiel eines seiner Werke. Der scheinbar harmlos Farbsüchtige ist auch Gesellschaftskritiker, wenn auch ein optimistischer.

Nach zwei Jahrzehnten Berlin kehrte der Künstler vor einigen Jahren dahin zurück, wo er als Kind schon lebte: nach Mallorca. Mehr als 3000 Ölgemälde hat der inzwischen 65-Jährige geschaffen. Eine kleine Auswahl von Bildern und Bronzeskulpturen ist jetzt in der Ausstellung „Kunst gegen Krebs – Die Farben der Lebenslust“ in der Kunst-Wort-Galerie, Speicherstraße 16, 60327 Frankfurt am Main zu sehen. Sie dauert vom 11. November 2004 bis 31. Januar 2005. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 11 bis 18 Uhr, Sonntag 11 bis 16 Uhr. Vom 23. Dezember 2004 bis 3. Januar 2005 geschlossen. E-Mail: info@kunst-wort.de. Top

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