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Aufs Horn genommen

20.09.2004
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Aufs Horn genommen

PZ  Schon in der Antike beschworen die Leibärzte am persischen Hof die heilende Kraft des Einhornpulvers. Im Glauben an das heilende Horn benannten sich in Europa des 14. Jahrhunderts viele Apotheken nach dem sagenumwobenen Fabelwesen. Winfried Hagenmaier ging in einem unterhaltsamen Buch auf die Suche nach einem Tier, das es nicht gibt.

Zu allen Zeiten und an vielen Orten taucht das Einhorn auf: auf Gemälden und Teppichen, in Miniaturen, Romanen, Gedichten und Märchen, aber auch in der Bibel, in naturwissenschaftlichen und enzyklopädischen Abhandlungen, auf Apotheken- und Wirtshausschildern. Lange wurde an seine reale Existenz geglaubt, besonders in der Antike und im Mittelalter.

Die begehrten Hörner gehörten zum kostbarsten Besitz vieler weltlicher und geistlicher Herrscher und Fürsten. Das Trinken aus einem Hornbecher sollte Schutz bieten vor einem damals ständig befürchteten Giftanschlag. Tatsächlich handelte es sich meistens um bei Grabungen entdeckte Mammut- und Narwalzähne.

In der Neuzeit tauchten nicht nur vermehrt Zweifel an der Existenz des Einhorns auf, sondern vor allem auch an seiner medizinischen Wirkung als Wundermittel.

Hagenmaier streift kenntnisreich durch Mythen, Fabeln, Kunst und Wissenschaft und kann nach gründlichem Quellenstudium nur zu dem Schluss kommen: Das Einhorn lebt.

 

Das Einhorn. Eine Spurensuche durch die Jahrtausende.
144 Seiten, zahlreiche Abbildungen. Eulen-Verlag, München 2003.
19,90 Euro. ISBN 3-89102-468-1.

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