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Antike Flora

24.06.2002  00:00 Uhr

Antike Flora

von Manfred Stüzbecher, Berlin

Unter dem Titel "Die Pflanzenwelt im antiken Griechenland" zeigt das Botanische Museum in Berlin bis Ende September eine Ausstellung unter der Leitung von Professor Dr. Hans Lack, dem Direktor dieser Institution.

Anlass für die Veranstaltung ist eine große Ausstellung mit dem Thema "Die Griechische Klassik - Idee und Wirklichkeit" im Berliner Gropiusbau. Initiatoren sind die Berliner Festspiele, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und andere Kulturinstitutionen der Stadt.

Botanischer Garten und Botanisches Museum der Freien Universität haben sich zu dieser Sonderveranstaltung entschlossen, wie Lack in seiner Eröffnungsansprache betonte, weil die kleinen Gegenstände wie zum Beispiel Architekturteile oder Plastiken in der großen Ausstellung untergehen würden. Ein weiterer Vorteil sei, dass im Sommer zwischen den Onsobjekten aus der Antike und der jetzigen Pflanzenwelt der Bezug anschaulich hergestellt werden könne.

Neben antiken Münzen und deren Abbildungen werden auf Schautafeln die Verbreitungswege einzelner Pflanzen, wie zum Beispiel Einkorn, Gerste, Erbsen oder Linsen in den einzelnen Zeitaltern kartografisch demonstriert. Diese Epochen werden in einem Schaubild für den Nahen Osten und die Ägäische Region sowie der Beginn des Ackerbaues in diesen Regionen erläutert. Zudem werden einzelne Pflanzen im Zusammenhang mit den Bodenformen in denen sie auftreten gezeigt. Schädel von Nutztieren der frühen Epochen ergänzen die Ausstellung.

Sehr aufschlussreich sind die Samenproben aus vergangenen Epochen aus der Sammlung von Georg Schweinfurth (1830 bis 1925) mit eigenhändiger Beschriftung durch den Gelehrten.

Anschauungsobjekte wie Riechproben von Heilpflanzen wie Lilien-, Basilikum- oder Narzissenöl werden die Besucher ebenso begeistern wie die Nachbildungen antiker Kränze. Ein Punkt behandelt dabei die Pflanzen in Homers Odyssee.

In den Eröffnungsansprachen berichtete der Infektionsmediziner der Freien Universität Berlin, Professor Dr. Helmut Hahn über antiken Münzen mit Pflanzendarstelllungen. Hahn hat sich einen Namen als Numismatiker gemacht hat ist sachverständiger Sammler. Lack entwickelte beachtenswerte Theorien über vier verschiedene Globalisierungsperioden in der Geschichte unserer Welt.

Obwohl die Heilpflanzen nicht im Mittelpunkt dieser Ausstellung stehen, verdient diese Veranstaltung von Botanischem Garten und Botanischem Museum auch das Interesse der Apotheker, insbesondere der Pharmaziehistoriker.

 

Botanischer Garten und Botanisches Museum
Zentraleinrichtung der Freien Universität Berlin
Königin-Luise-Straße 6
14191 Berlin (Steglitz)
Telefon (0 30) 83 85 01 00
www.bgbm.de 

Öffnungszeiten
Museum: täglich 10 - 18 Uhr, Garten: täglich 9 bis 18 Uhr

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