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"Die Apotheke bleibt unentbehrlich"

18.06.2001
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TAG DER APOTHEKE

"Die Apotheke bleibt unentbehrlich"

PZ/ABDA  Meike Schäfer, Nicole Sturm, Tanja Senic und Nicole Tyrann haben ihre "Berufschance Gesundheit" ergriffen. Als Auszubildende und Praktikantinnen erlernen die vier jungen Frauen in der Malteser-Apotheke im Duisburger Stadtteil Meiderich einen pharmazeutischen Beruf. Für die künftigen PKAs, die PTA-Schülerin und die Pharmaziestudentin steht fest, dass die Apotheke, nicht zuletzt auf Grund der vielen zwischenmenschlichen Kontakte, auch langfristig ein attraktives Berufsfeld bieten wird.

Medikamente per Mausklick aus dem Internet - Meike Schäfer schüttelt sich bei dem Gedanken: "Jeden Tag erlebe ich, wie sehr sich Menschen, besonders wenn es die Gesundheit betrifft, über eine kompetente und intensive Beratung freuen", erzählt die angehende Apothekerin von den Erfahrungen, die sie als Pharmaziepraktikantin im abschließenden Teil des Studiums bisher gesammelt hat. Natürlich, so räumt die 24-Jährige ein, seien Arzneimittelangebote aus dem Internet für viele verlockend. Doch abgesehen von den Gefahren, die Medikamente aus dem Cyberspace für den Käufer mit sich bringen, werde eine virtuelle Apotheke wohl niemals in der Lage sein, das persönliche Vertrauen zu ersetzen, das sich zwischen dem Apothekenteam und seinen Kunden oft entwickelt.

"Die Apotheke wird auch künftig unentbehrlich sein", verteidigt Meike Schäfer ihr Berufsfeld selbstbewusst. "Allerdings wird sich die Funktion verändern. Sicher werden wir unsere Kunden weiterhin mit Medikamenten versorgen. Zusätzlich sollte die Apotheke zu einem besseren Gesundheitsbewusstsein beitragen und im Sinne der Prävention beraten. Dabei wäre aus meiner Sicht ein angemessenes Beratungshonorar durchaus vorstellbar."

Dass im weltweiten Datennetz auch Chancen für die Apotheke liegen, glaubt Nicole Tyrann. "Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass der Arzt die Rezepte eines Tages online in Apotheke schickt und wir die Medikamente dem Patienten direkt nach Hause liefern. Für Menschen, die schlecht laufen können, wäre das bestimmt eine große Hilfe." Die 17-jährige Duisburgerin weiß, wovon sie redet. Denn schließlich hat sie sich mit einem Praktikum intensiv auf ihre bald beginnende Ausbildung als Pharmazeutisch-Kaufmännische Angestellte (PKA) vorbereitet. Die Warenwirtschaft - das heißt, wie pharmazeutische Produkte vom Hersteller über die Apotheke bis zum Patienten gelangen - wird dann der Schwerpunkt ihres Lehrplans sein. "Dabei werde ich auch eine ganze Menge über die Wirkstoffe der Medikamente lernen und hören, was sie im Körper machen", freut sich Nicole Tyrann auf die kommenden drei Jahre.

Für ihre Namensvetterin Nicole Sturm geht das erste Ausbildungsjahr zur PKA schon bald zu Ende. "Bereits als kleines Kind fand ich es ungeheuer spannend, wenn jemand mit mir in die Apotheke einkaufen ging", begründet die 16-Jährige ihre Berufswahl. "Es ist toll, einen Beruf zu haben, mit dem man im Endeffekt anderen Menschen hilft. Vielleicht fange ich nach meiner PKA-Prüfung noch eine Ausbildung als Pharmazeutisch-Technische Assistentin an." Durch diese Doppelausbildung sei sie später sehr flexibel, meint Nicole Sturm. "Ich kann dann entscheiden, ob ich lieber eine kaufmännische Arbeit im Büro oder eine Aufgabe mit Kundenkontakt und -beratung übernehme."

Genau die Mischung aus Kundenkontakt und Labortätigkeit sei es, die den Beruf und die Ausbildung zur Pharmazeutisch-Technischen Assistentin (PTA) so abwechslungsreich mache, erklärt Tanja Senic, die vierte im Bund. Obwohl die Woche von Montag bis Freitag mit theoretischem Unterricht und Kursen im Labor des Duisburger Gertrud-Bäumer-Berufskollegs gut ausgefüllt ist, arbeitet die 22-Jährige an Samstagen oft in der Malteser-Apotheke. Auch ihr sechsmonatiges Apothekenpraktikum, das nach zwei Jahren PTA-Schule vorgeschrieben ist, möchte sie hier absolvieren. "Die Arbeit in der Apotheke ist angenehm und wird nie langweilig. Die Aufgaben sind technisch anspruchsvoll und man lernt viele Leute kennen", fasst Tanja Senic die Attraktivität der Apothekenberufe kurz und knapp zusammen.

Die Ausbildung von Nachwuchskräften wird in den kommenden Jahren wichtiger sein denn je. Das Beispiel der jungen Duisburgerinnen beweist, dass der Berufsweg als PKA, PTA oder ein Pharmaziestudium Jugendlichen zunehmend interessante Perspektiven bietet. Die Suche nach engagiertem und motiviertem Nachwuchs beginnt in der Apotheke vor Ort. Die von der ABDA zum diesjährigen Tag der Apotheke herausgegebenen Materialien sollen die Apothekerinnen und Apotheker und ihre Mitarbeiter bei den Gesprächen mit den Kolleginnen und Kollegen von morgen unterstützen. Top

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