Pharmazeutische Zeitung online

Teufel, Tod und Harlekin

16.02.2004  00:00 Uhr
Ausstellung

Teufel, Tod und Harlekin

PZ  Masken lösen Furcht aus, sind geheimnisvoll, sie verhüllen oder machen das Unsichtbare sichtbar. Ob bei religiösen Ritualen, an Fasnacht oder beim Totenkult – das Maskensaufsetzen markiert den Übergang vom Alltag in eine andere Welt. In einer neuen dreiteiligen Ausstellung spürt das Museum der Kulturen Basel seit 13. Februar der Faszination von Masken nach.

Gesichtsmasken aus aller Welt stehen zu Beginn der Ausstellung. Augen, Nase, Mund und Ohren – je nach Mimik entsteht ein lächelndes Gesicht oder eine wütende Fratze. Im Gesicht konzentriert sich, was einen Menschen ausmacht. Vom Gesicht eines Gegenübers kann man Sympathie oder Abneigung ablesen. Die Ausstellung zeigt die unbegrenzten Ausdrucksmöglichkeiten von Masken in vielen verschiedenen Kulturen. Masken beispielsweise aus Indien, Sri Lanka, Japan, Ägypten, Gabun, Kamerun, Kanada oder Papua Neuguinea beleuchten Themen wie Mythologie, Exorzismus, Meditation, Verwandlung, Auferstehung, Schönheit und Macht.

Auftritte urtümlicher Maskengestalten prägen auch das europäische Brauchtum. In einem zweiten Ausstellungsteil schließen sich Kostüme und Fratzen aus verschiedenen europäischen Regionen an. Gleich zu Beginn: Darstellungen vom Tod und dem Teufel - Hauptvertreter des Lasters im christlichen Europa schlechthin. Masken und Figuren der Schwäbisch-Alemannischen Fasnet sind ebenso zu entdecken wie Dämonen und eine klassische Fasnachtshexe. Allerdings ist mit dem Aschermittwoch keineswegs Schluss im europäischen Maskenbrauchtum. Die zwischen Frühling und Herbst kalendarisch auftretenden Fratzen präsentieren sich jedoch eher naturverbunden mit Kostümen aus pflanzlichen Materialien.

Auch die Geschichte der berühmten Basler Fasnacht fehlt nicht. Drei Tage im Jahr lebt die Stadt die verkehrte Welt: Das Fest der Töne, Träume, Farben und Fantasien dient der städtischen Gesellschaft als Ventil und als Anlass, von normierten Verhaltensformen abzuweichen und aktiv die Gegensätze zu suchen.

Das Museum der Kulturen Basel beherbergt eine der größten Sammlungen Europas zum Leben in europäischen und außereuropäischen Kulturen. Die Sammlungen zu Südsee, Altamerika, Tibet und Bali sowie die Textilien besitzen Weltruf. 1849 wurde das Museum für all die Schätze gegründet, die Forscher, Reisende und Kaufleute aus aller Welt nach Basel brachten.

 

Teufel, Tod & Harlekin
Fasnachtstreiben und Maskentänze
Museum der Kulturen Basel
Augustinergasse 2
CH-4051 Basel
13. Februar bis 29. August 2004,
geöffnet Dienstag bis Sonntag 10 -17 Uhr,
Montag geschlossen
www.mkb.ch

  Top

© 2003 GOVI-Verlag
E-Mail: redaktion@govi.de

Mehr von Avoxa