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Es hat sich viel getan

24.11.1997
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-Editorial

Govi-Verlag

Es hat sich viel getan

von Christiane Berg,
Redakteurin der Pharmazeutischen Zeitung

Pharmazeutische Betreuung ist möglich und machbar. Das zeigte das 2. Symposium Pharmaceutical Care der ABDA-Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und der Förderinitiative Pharmazeutische Betreuung (FI) am 22. und 23. November 1997 in Frankfurt am Main. Die Tagung war weniger der Theorie als vielmehr der Praxis gewidmet.

Offizinapothekerinnen und -apotheker, die Pharmazeutische Betreuung in ihrer Apotheke betreiben, schilderten ihre Erfahrungen und nannten Strategien zur Umsetzung von Pharmaceutical Care. Erstmals bezogen auch ein Arzt und ein Patient Stellung; ein Novum, das großen Anklang fand.

"Die Intervention des Apothekers hat sich für mich gelohnt", betonte Uwe Pfannenbecker, Hamburg. Seit 1983 leidet der 41jährige Bio-Ingenieur an Asthma, die Betreuung durch seine Apothekerin führte zu einer wesentlichen Verbesserung seines Beschwerdebildes. "Ich denke, daß der Apotheker gebraucht wird, um den Patienten zu motivieren und bei der Stange zu halten. Den Arzt sieht man zu selten", so Pfannenbecker, der in seiner Apotheke zur Messung der Peakflow-Werte und zur Führung eines Patiententagebuches angeregt wurde, die unter anderem als Basis für eine verbesserte Medikation dienten.

Der Bedarf für pharmazeutische Betreuung ist enorm. Pharmaceutical Care wird vom Patienten dankbar angenommen. Das zeigten nicht nur die beim ABDA-Symposium diskutierten Fallbeispiele. Das beweisen auch die ersten Ergebnisse der Hamburger Asthma-Studie, die Dr. Martin Schulz, Leiter der Arzneimittelinformationsstelle der ABDA, vorstellte: Nach einer ausführlichen Einführungs-, Pilot- und Schulungsphase werden seit dem Frühjahr dieses Jahres in 26 Studienapotheken etwa 160 Patienten pharmazeutisch betreut. Erste Erfolge zeichnen sich ab, so Schulz, der darauf verwies, daß das Vertrauen in den Apotheker wächst.

Der Einstieg in Pharmaceutical Care ist keineswegs nur im Rahmen großer Projekte möglich, sondern kann auch in kleinen Schritten erfolgen - das stellte das Symposium "Pharmaceutical Care" unter Beweis. Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus den unterschiedlichen Projekten und Initiativen zu nutzen und sie so auszubauen, daß sie einer breiten Basis zugänglich werden, wird die Herausforderung der kommenden Jahre sein. Für heute jedoch läßt sich festhalten: Seit dem ersten ABDA-Symposium Pharmaceutical Care vor drei Jahren in Frankfurt hat sich viel getan. Top

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