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24.11.1997
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PZ +++ Nachrichten +++24.11. Phoenix verleiht Wissenschaftspreis
Die Phoenix Pharmahandel AG hat am vergangenen Freitag an der von der Schließung bedrohten Heidelberger Fakultät für Pharmazie den Phoenix Pharmazie-Wissenschaftspreis an vier Forschergruppen vergeben. Der mit insgesamt 20 000 DM dotierte Preis belohnt innovative, qualitativ hervorragende Arbeiten von pharmazeutischer Relevanz. Ein unabhängiges Preisrichterkollegium bewertete die eingesandten Arbeiten. Als Preisträger konnte Dr. Bernd Scheifele, Phoenix-Vorstandsvorsitzender, je zwei Forschergruppen der Universitäten Berlin und Tübingen auszeichnen. Als "einen Akt der Demonstration" wählte Phoenix die von der Schließung bedrohte Fakultät für Pharmazie in Heidelberg als Ort der Preisverleihung. Scheifele bekundete Unverständnis, daß an der wissenschaftlichen Ausbildung der Apotheker gespart werden soll. Deutschland müsse innerhalb des globalen Wettbewerbs auf die Faktoren Wissen und Forschung setzen.

24.11. HMR kooperiert mit Medigene
Das deutsche Biotechnologie Unternehmen Medigene und Hoechst Marion Roussel (HMR) haben eine Zusammenarbiet auf dem Gebiet der Gentherapie bei Krebserkrankungen beschlossen. Sie wollen den Einsatz von Tumor-Impfstoffen erproben. Dafür stehen in den nächsten drei Jahren zehn Millionen DM zur Verfügung, wie es in einer Pressemeldung von HMR heißt. Finanziell unterstützt wird das Gemeinschaftsprojekt von der Bayerischen Forschungsförderung. Sowohl Medigne als auch das Zentrum für Angewandte Genomforschung von Hoechst Marion Roussel, das das Projekt innerhalb von HMR koordiniert, haben ihren Sitz in Martinsried bei München.

24.11. LAK Baden-Württemberg beschließt Resolution
Die Vertreterversammlung der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg hat einstimmig eine Resolution zum Pharmastandort Baden-Württemberg verabschiedet. Darin nimmt die Vertreterversammlung der LAK Baden-Württemberg mit großer Besorgnis die Überlegungen von Hoffmann-La Roche zu den Auswirkungen der Übernahme von Boehringer Mannheim zur Kenntnis. Diese Besorgnis bezieht sich auf den geplanten Abbau der Therapeutikaforschung und des Therapeutikavertriebes am Standort Mannheim sowie dem daraus drohenden Verlust von qualifizierten Arbeitspläten, von dem möglicherweise auch Apotheker direkt betroffen sein werden. Boehringer Mannheim ist der größte pharmazeutische Arbeitgeber in Baden-Württemberg. Die Region Mannheim ist diejeniege mit einer der höchsten Arbeitslosenquoten im Bundesland Baden-Württemberg. Die Delegierten der LAK Baden-Württemberg appellieren deshalb an die Firmenleitung von Hoffmann-La Roche, die Bedeutung des Pharmastandortes Mannheim zu erhalten und keine Arbeitsplätze abzubauen.

21.11. GKV: Strafanzeige gegen Kardiologen
Wegen des Verdachts überhöhter Sachkostenabrechnungen haben die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) jetzt gegen zehn weitere Kardiologen Strafantrag gestellt. Bereits zuvor seien zwei niedergelassene Herzspezialisten aus Niedersachsen wegen Betrugsverdachts angezeigt worden, teilten die Spitzenverbände am 21. November in Bonn mit. Die jetzt angezeigten Arztpraxen zählten zu den größten kardiologischen Gemeinschaftspraxen in Deutschland. Nach Darstellung des federführenden Bundesverbandes der Innungskrankenkassen wird den Kardiologen vorgeworfen, Herzkatheter und andere medizinische Geräte zu weit überhöhten Preisen in Rechung gestellt zu haben. Teilweise lägen die abgerechneten Beträge bis zu 280 Prozent über den tatsächlichen Marktpreisen. Die Krankenkassen rechnen mit Schäden in zweistelliger Millionenhöhe. Daneben bestehe in einigen Fällen der Verdacht, daß ärztliche Leistungen gegenüber der kassenärztlichen Vereinigung (KV) als ambulant deklariert, tatsächlich aber stationär im Krankenhaus erbracht worden seien. Die der KV zu unrecht in Rechnung gestellten ambulanten Leistungen schmälerten das zur Verfügung stehende Honorarvolumen. Damit müßten die übrigen Mediziner eines KV-Bezirks "die Zeche bezahlen". Zur Klärung des Verdachts mißbräuchlicher Abrechnungen haben die Spitzenverbände der GKV eine gemeinsame Arbeitsgruppe eingesetzt.

20.11. DAV: Freisinger Erklärung setzt Akzente
Einstimmig hat die Mitgliederversammlung des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) am 20. November die "Freisinger Erklärung" verabschiedet. Darin weist der DAV auf die wachsende Bedeutung der Selbstmedikation, das überlegene Produktportfolio in der öffentlichen Apotheke sowie die lückenlose Präsenz und Versorgungsleistung der Apotheke hin. Der Verband warnt vor einer Trivialisierung des Arzneimittels durch neue Wettbewerber im Markt. Das neue Konzept der Marketing-Gesellschaft Deutscher Apotheker (MGDA), das die Beratungskompetenz des Apothekers noch mehr ins Bewußtsein der Bevölkerung rückt, soll unterstützt werden. Der DAV begrüßt schließlich, daß die "Dienstleistungsmarke Apotheke" mit Mitteln der Werbung, Aktionen in den Apotheken und Pressearbeit in den Vordergrund gestellt wird.

19.11. Zahlungsbescheide für Krankenhausnotopfer
Millionen Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen flattern in den nächsten Tagen die Bescheide für das Krankenhausnotopfer ins Haus. Wie die Barmer Ersatzkasse am 18. November in Wuppertal mitteilte, erhalten ihre rund fünf Millionen Mitglieder per Post einen Zahlungsbescheid über 20 Mark. Die AOK verschickt derzeit mit der Mitgliederzeitschrift ein Überweisungsformular. Mitglieder der Innungs- und Betriebskrankenkassen erhalten nach Angaben von Kassensprechern Anfang Dezember eine Zahlungsaufforderung. Nach Angaben der Barmer sind alle gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet, von ihren Mitgliedern für die Jahre 1997 bis 1999 jährlich 20 Mark einzuziehen. Die Summe von 880 Millionen Mark pro Jahr fließe den Krankenhäusern für die Instandhaltung zu. Das Notopfer wurde eingeführt, da sich die Bundesländer mit Ausnahme Bayerns bislang weigerten, für die Instandhaltung der Krankenhäuser aufzukommen. Nach Angaben der AOK müssen abzüglich der Versicherten in Bayern und der Härtefälle bundesweit rund 35 Millionen Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen das Notopfer zahlen.

19.11. Warnstreiks an Unikliniken
An Baden-Württembergs Universitätskliniken haben die angekündigten Warnstreiks begonnen. Zunächst wurde am 19. November das Uniklinikum in Freiburg bestreikt, wo nach Angaben der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) mehr als 100 Beschäftigte die Arbeit für eine Stunde niederlegten. Betroffen waren die Bereiche Zentralküche, Elektrowerkstatt und Medizintechnik. Die Patientenversorgung blieb jedoch gesichert. Auch für Heidelberg sind Warnstreiks vorgesehen. Am 20. November soll dann auch in Tübingen und Ulm die Arbeit kurzzeitig niedergelegt werden. Am Freitag werde dann nur noch die Uniklinik Ulm bestreikt, sagte ein ÖTV-Sprecher. Mit den Warnstreiks wollen die Klinikbediensteten durchsetzen, daß die Tarifverträge des öffentlichen Dienstes auch nach den 1. Januar 1998 gelten, wenn landeseigenen Kliniken in selbständige öffentlich-rechtliche Anstalten umgewandelt werden. Um die bestehende Tarifsituation erhalten zu können, müßte sich die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (Tdl) für diese Häuser öffnen. Betroffen sind rund 27 000 Mitarbeiter.

19.11 Zu wenig Folsäure in der Schwangerschaft
82 Prozent der Frauen nehmen während der Schwangerschaft Arzneimittel ein, im Durchschnitt drei bis fünf verschiedene Präparate. An der Spitze liegen Mineralstoffpräparate insbesondere mit Magnesium, sowie Jod- und Eisen-haltige Medikamente. Viel zu wenige nehmen die offiziell empfohlenen Wirkstoffe Jod und Folsäure. Dies zeigte die Auswertung der ersten 1200 Arzneimittelbögen im Rahmen des PEGASUS-Projektes. Ziel des vom Bundesforschungsministerium geförderten Programms ist es, verläßliche Daten zum Medikamentengebrauch schwangere Frauen zu erhalten und das Ausmaß arzneimittelbedingter gesundheitlicher Störungen des Neugeborenen abzuschätzen.Auch die Bayerische Landesapothekerkammer unterstützt die "Prospektive Erhebung der Gabe von Arzneimitteln während der Schwangerschaft und zur Sicherheit des Kindes", kurz PEGASUS. Aktuelle Ergebnisse: Knapp 60 Prozent der Frauen hatten Jod zugeführt, aber nur 40 Prozent in der empfohlenen Dosis von 200 Mikrogramm täglich. Weniger als 7 Prozent hatten Folsäure in richtiger Dosis im korrekten Zeitraum eingenommen.Top

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