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Forever young

05.11.2001  00:00 Uhr

Forever young

Forever young - ist das die Vision einer glücklichen Gesellschaft von einer Zukunft ohne Alter? Wenn wir den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Glauben schenken, ist das Ziel in greifbare Nähe gerückt. 

Seniorinnen und Senioren von heute sind biologisch um rund ein Jahrzehnt jünger als vor zwei Generationen, und wir dürfen damit rechnen, dass sich dieser Trend fortsetzt. Der dritte Bericht der Bundesregierung zur Lage der älteren Generation, den wir im Sommer 2001 veröffentlicht haben, belegt diese Entwicklung. Der Bericht vermittelt eine überwiegend positive Einschätzung der Lebenssituation und des Lebensgefühls älterer Menschen. Dennoch fürchten sich viele Menschen davor, in die Jahre zu kommen.

Wir verfügen heute über aussichtsreiche Maßnahmen, Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität bis ins hohe Alter zu sichern. Patentrezepte gibt es aber nicht. Forscher empfehlen: Wer gesund bleiben will, soll lernen zu genießen.

Wenn vom Alter die Rede ist, sollten wir nicht nur an Probleme und Einschränkungen, sondern ebenso an Chancen und Potenziale denken. Älterwerden kann zu einer produktiven und auch mit persönlichen Gewinnen verbundenen Lebensphase werden. Ältere Menschen sind zunehmend höher qualifiziert, vitaler und besser materiell abgesichert. Mit diesem Wandel des Alterns muss auch ein neuer Rahmen für eine aktive Beteiligung der älteren Generation in der Gesellschaft geschaffen werden. Ruhestand darf kein Ausstieg aus gesellschaftlichen Zusammenhängen sein, sondern muss Möglichkeiten zum Neueinstieg unter veränderten Vorzeichen bieten.

Um die Chancen für ein erfülltes Altern wahrzunehmen, müssen wir uns zunächst von falschen Vorstellungen befreien. Dazu gehört die Annahme, dass Alter mit Krankheit und mit geistigem Verfall einhergehen muss. Zu einem großen Teil tragen wir die Verantwortung für das "Wie" unseres Alters selbst. Die macht der Gene wird oft überschätzt. Die generelle Zauberformel lautet: Gesund bleibt, wer aktiv lebt. Sport, aktive Teilhabe am Leben, Freundschaften und Geselligkeit sind, neben gesunder, maßvoller Ernährung, der beste Jungbrunnen. Aber es sollte auch niemand seine gesundheitlichen Risiken ignorieren.

Medizin und Pharmazie stellen uns heute erprobte und unkomplizierte Möglichkeiten der Früherkennung und Vorbeugung zur Verfügung. Die Apotheke mit ihrem vielfältigen Service-Angebot und mit fachlich geschultem Personal haben dabei besondere Verantwortung übernommen. Sie sind Garant für qualifizierte Information und Beratung. Ältere und sehr alte Menschen verfügen noch über erstaunliche Kompetenzen zur Problembewältigung. Mit Unterstützung durch geeignete therapeutisch-rehabilitative Maßnahmen können sie auch bei erheblichen krankheitsbedingten Einschränkungen ein hohes Maß an Autonomie, an Lebensqualität und Lebenszufriedenheit zurückgewinnen.

Mein Ziel ist ein neues Verständnis vom Altern. Unsere Gesellschaft muss eine Kultur des Alterns entwickeln. Dazu gehört eine Politik für ältere Menschen, die sowohl die Rahmenbedingungen für ein aktives Altern, als auch eine Verbesserung von Schutz und die Hilfe für kranke und pflegebedürftige Menschen gewährleistet. So werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, die Ressourcen des Alters optimal zu erschließen.

Dr. Christine Bergmann
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
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