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18.10.1999
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- EditorialGovi-Verlag

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von Gisela Stieve,
stellvertretende Chefredakteurin

"Die Tanzfläche ist voll, wir haben die Wahl". Dieser Satz von IBM-Chef Louis Gerstner passt auch zu unserem Thema. Was sich in anderen Branchen tut, wird sich analog, vielleicht nur zeitversetzt in der Pharmazie abspielen.

Der als Vordenker bekannte Informationstechnologe Leo Nefiodow hat vorausgesagt, dass der 5. Kondtratieff-Zyklus, der im Zeichen von Information und Kommunikation steht, abgelöst wird vom Gesundheitsmarkt als der Kraft, die die Konjunktur wieder beleben wird (siehe auch Titelbeitrag in PZ 40/1997). In diesen Zeiten wollen und müssen die Pharmazeuten – von allen möglichen Gruppierungen in der Gesellschaft als unverzichtbare Teilnehmer an der gesundheitlichen Versorgung der Bürger in Frage gestellt - ihre Existenzberechtigung nachweisen.

Nicht erst seit gestern denkt der Berufsstand darüber nach, wie sich die Pharmazie profilieren kann, Profil zeigen außerhalb der Forschung, also öffentlich und für jeden erlebbar. Es gibt ein politisches Programm: Die ABDA-Thesen für eine Verbesserung der Arzneimittelversorgung, wobei die Pharmazeuten mehr Verantwortung zu übernehmen bereit sind. Und es gibt ein pragmatisches Programm: das Qualitätsmanagement.

Darüber hinaus gibt es auch praktische Beispiele: Apotheker, die eine Nische entdeckt haben, in der sie Pharmazie in einer der vielfach möglichen Ausprägungen verwirklichen können. Apotheker, die über das selbstverständliche Maß hinaus soziale Funktionen zum Wohle ihrer Patienten übernehmen und Apotheker, die sich im wahrsten Sinne des Wortes als Dienstleister sehen und im komplexen System der modernen Medizin diese Rolle als Dienstleister wahrnehmen.

Apotheker sind in der Tat besser als sie es manchmal selbst glauben wollen und vor allem besser als es so manche Aufzeichnung von Testkäufen mit versteckter Kamera glauben machen will. Das hat die Redaktion der PZ veranlasst, solche Kolleginnen und Kollegen in der Serie "Profile" vorzustellen, die sich auf besondere Weise profiliert haben.

Dabei haben wir schon zu Beginn der Recherchen gemerkt: Es gibt nicht die Apotheke. Apotheke ist vielmehr nur die Dachmarke für eine lebendige Pharmazie, die in der öffentlichen Apotheke ebenso ihre Berechtigung hat wie im Krankenhaus, in Industrie und Verwaltung, bei den Krankenkassen oder bei der Bundeswehr.

Bei den öffentlichen Apotheken sind "Tante Emma" und "High Tech" keine Gegensätze, sondern ergänzen sich. Diese Vielfalt ist das beste Argument gegen die Einheits- und Kettenapotheke.

Die Tanzfläche ist voll, die Pharmazeuten haben die Wahl: Sich zu profilieren und zu professionalisieren. Eine Strategie, die keine Verlierer kennt. Top

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