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Dem Nachwuchs eine Chance

30.05.2005
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Dem Nachwuchs eine Chance

Die politischen Entwicklungen in den vergangenen Tagen haben die Medien dominiert. Andere Themen wurden zurückgestellt, haben aber gleichwohl nichts an Aktualität und Brisanz verloren. Doch spätestens wenn das vielzitierte »Sommerloch« kommt oder der Wahlkampf zur bevorstehenden Bundestagswahl, dann steht auch wieder das Thema Ausbildung auf der medialen Agenda. Dies um so mehr, als sich - nicht ganz unerwartet - bestätigt hat, dass die Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt in diesem Jahr erneut sehr angespannt ist. Zwar haben Politik und Wirtschaft im vergangenen Jahr einen Ausbildungspakt geschlossen, bei dem sich alle Beteiligten verpflichtet haben, mehr Ausbildungsplätze zu schaffen, gleichwohl zeigt diese Selbstverpflichtung offensichtlich noch nicht die erwünschte Wirkung. Auch bei den freien Berufen ist die Bereitschaft auszubilden so zurückhaltend, dass dies Ende vergangenen Jahres immerhin die Schlagzeile wert war: »Freiberufler bilden immer seltener aus«.

Angesichts der nicht absehbaren Auswirkungen des Beitragssatzsicherungsgesetzes im Jahre 2003 und des GMG im Jahre 2004 ist durchaus verständlich, dass die Apothekerleiterinnen und -leiter sehr sorgfältig geprüft haben, ob sie Auszubildende einstellen können. Erfreulicherweise stieg nach dem Tiefpunkt des Jahres 2003 die Zahl neu abgeschlossener Verträge für die PKA-Ausbildung im vergangenen Jahr wieder leicht an. Gleichwohl wurde das Niveau vergangener Jahre bei weitem nicht erreicht. Hier besteht Handlungsbedarf.

Wir werben nicht nur mit wohnortnahen, teilzeitgeeigneten und damit familienfreundlichen Arbeitsplätzen, wir werben insbesondere mit qualifizierten Arbeitsplätzen. Dies setzt aber die Qualifikation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voraus, die keine Mitgift, sondern Investition ist - in ihre Ausbildung. Nur wenn wir in der Gegenwart investieren, können wir in der Zukunft davon profitieren. Und wir ermöglichen damit Jugendlichen auch den Einstieg in das Berufsleben, bieten ihnen somit eine erste Sicherheit für die Lebensplanung.

Im Übrigen: Die Arbeitsagenturen bieten zur Schaffung zusätzlicher Arbeits- und Ausbildungsplätze spezielle Förderprogramme an, die auch für Apotheken interessant sein können. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der geförderten Einstiegsqualifizierung. Die Bundesapothekerkammer hat ein einheitliches Curriculum für die maximal einjährige Einstiegsqualifizierung erstellt, das Jugendlichen, die zum Beginn des Ausbildungsjahres noch nicht vermittelt werden konnten, die Chance auf einen Einstieg in die berufliche Ausbildung gibt. Informationen dazu erhalten Sie bei Ihrer Apothekerkammer.

Ich appelliere daher an Sie: Geben Sie dem Nachwuchs eine Chance und bilden Sie aus. Es lohnt sich für alle!

 

Magdalene Linz
Präsidentin der Bundesapothekerkammer
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