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Qualität im Fokus

02.05.2005  00:00 Uhr

Qualität im Fokus

Das Konzept der Hausapotheke setzt sich immer weiter durch. Nach dem Vertrag mit der Barmer Ersatzkasse hat der Deutsche Apothekerverband nun mit der Deutschen BKK eine Vereinbarung getroffen. Damit haben wir neue Zeichen gesetzt, dass nur die öffentliche Apotheke eine hochwertige Arzneimittelversorgung garantiert

Der Vertrag mit der Deutschen BKK, dem Zusammenschluss der Betriebskrankenkassen Post und VW, entspricht in den Grundzügen dem Hausapothekenvertrag, den der DAV vor rund einem Jahr mit der Barmer abgeschlossen hat. Herzstück ist das Arzneimittelmanagement, also die optimierte Versorgung unserer Patienten mit Medikamenten. Dies beinhaltet neben der Belieferung und Beratung auch die Führung eines Arzneimitteldossiers. Diese Verträge sind aber nur dann wirksam, wenn sich Apotheker und Patienten separat beteiligen. Für alle anderen Apotheker gelten die entsprechenden Landesverträge weiter.

Parallel zum Hausapothekenvertrag hat der DAV noch eine zweite Vereinbarung mit der Deutschen BKK getroffen. Dabei handelt es sich um einen echten Integrationsvertrag nach SGB V zur klassischen Homöopathie. Daran teilnehmen können Apotheken, in denen der Leiter oder ein angestellter Apotheker eine Weiterbildung in Naturheilverfahren oder klassischer Homöopathie absolviert hat. Dritter Partner des Vertrages ist der Deutsche Zentralverein Homöopathischer Ärzte.

Die neuen Verträge zeigen unmissverständlich: Die deutschen Apotheker setzen auf eine umfassende Versorgung ihrer Patienten. Bei uns steht die Qualität im Vordergrund. Wir können mehr als wir bislang durften. Unmissverständlich ist aber auch die zweite Botschaft: Wir halten wenig von Apothekerverbünden, die Verträge nur für eine kleine Gruppe von Apotheken abschließen. Die Vereinbarungen des DAV stehen grundsätzlich jeder Apotheke offen. Wer die mit den Krankenkassen vereinbarte Qualifikation vorweist, der hat ein Recht darauf, dem Vertrag beizutreten. Dieser Punkt ist für uns nicht verhandelbar. Die Kooperationen erkaufen sich ihre Exklusivität in der Regel über Preisnachlässe, nicht über Qualität ­ eine für uns nicht akzeptable Gewichtung.

Versorgungsverträge mit Krankenkassen haben noch einen weiteren, nicht zu unterschätzenden, strategischen Wert. Sie helfen, die wenig hilfreiche Konfrontation mit den Krankenkassen zu überwinden. So ist unser erster Partner, die Barmer Ersatzkasse, eine der wenigen Kassen, die keinen Vertrag mit einer Versandapotheke abgeschlossen hat. Kritiker des Hausapothekenmodells sollten dies bei ihrem Urteil nicht übersehen.

Mit dem BKK-Vertrag wird die Hausapotheke nicht mehr ausschließlich mit der Barmer in Verbindung gebracht. Der Vertrag ist deshalb ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Hausapotheke für alle GKV-Versicherten. Wie schnell sich die Idee weiter verbreitet, hängt vor allem von uns Apothekern ab. Fühlt sich der Patient optimal versorgt, dann werden andere Krankenkassen ihren Versicherten diese Leistung ebenfalls anbieten wollen. Eine Leistung übrigens, die sich allein über die Qualität und damit über unsere heilberufliche Kompetenz definiert. Allein dafür lohnt es sich, das Konzept weiter offensiv voranzutreiben.

Hermann S. Keller
Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands
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