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Aufklären!

23.02.2004
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Aufklären!

Wie nie zuvor wurden im vergangenen Jahrzehnt neue, hoch wirksame Arzneimittel entwickelt. Sie eröffnen erstmals die Möglichkeit zur wirksamen Behandlung von Krankheiten, die früher in jedem Fall zum Tod geführt hätten. Auch wenn die Patientinnen und Patienten heute vielfältige Möglichkeiten haben, sich über ihre Erkrankung und deren medikamentöse Behandlung zu informieren, so können diese nicht den persönlichen Rat der Apothekerin oder des Apothekers ersetzen.

Die Politik beruft sich zwar gerne auf den „mündigen, aufgeklärten Bürger“, dennoch sind diesem Grenzen gesetzt. Auch als informierter Laie kann er die Komplexität eines Krankheitsgeschehens und dessen notwendiger Behandlung nicht vollständig beurteilen. Deshalb braucht er sachkundige Beratung. Wenn es um die Arzneimitteltherapie geht, ist der Apotheker unverzichtbarer Partner des Patienten. Dieser Aufgabe müssen wir gerecht werden. Daran besteht kein Zweifel. Wie wollen wir sonst glaubhaft machen, dass der Umgang mit Arzneimitteln einer besonderen Sorgfaltspflicht und ihre sichere Anwendung durch den Patienten der Information und Beratung durch den Apotheker bedürfen?

Wenn wir als Arzneimittelfachleute dies nicht tagtäglich in der Praxis erlebbar machen, dann ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Kommerzialisierung der besonderen Ware Arzneimittel. Das wollen wir nicht. Und das kann auch nicht im Sinne unserer Patienten sein. Die Information und Beratung über Arzneimittel ist unsere Kernaufgabe und das ist unser Wettbewerbsvorteil. Diesen müssen wir nutzen! Wir müssen die Information und Beratung tagtäglich erlebbar machen und müssen tagtäglich daran arbeiten, damit wir noch besser werden.

Einerseits hat es in der Medizin und der Arzneimitteltherapie große Fortschritte gegeben. Andererseits gibt es aber immer noch viele Krankheiten mit ungünstiger Prognose, insbesondere, wenn die Erkrankung nicht bereits in einem frühen Stadium erkannt wird. Es ist daher wichtig, Krankheiten vorzubeugen, sei es durch eine adäquate Lebensführung oder die Wahrnehmung von Vorsorgeangeboten. Dies gilt auch für Darmkrebs. Die Prognose hängt maßgeblich vom Zeitpunkt der Diagnose und einem frühen Therapiebeginn ab. Rechtzeitig erkannt, sind die Heilungschancen groß.

Wie in den vergangenen Jahren führt die Felix-Burda-Stiftung auch in diesem Jahr im März gemeinsam mit der Bundesapothekerkammer und anderen Kooperationspartnern eine breit angelegte Aufklärungskampagne durch. Ziel ist es, die Bevölkerung für die Bedeutung der Darmkrebs-Früherkennung zu sensibilisieren und zur Vorsorge zu motivieren. Über den pharmazeutischen Großhandel können alle Apotheken kostenlos entsprechende Informationsmaterialien – Plakat und Flyer – beziehen und sich so an der Aktion beteiligen. Wir Apotheker haben nicht nur die Aufgabe, den Menschen zu helfen, wenn sie krank sind. Wir haben auch die Aufgabe, den Menschen zu helfen, damit sie nicht krank werden. Daher bitte ich Sie ganz herzlich – machen Sie mit!

Johannes M. Metzger
Präsident der Bundesapothekerkammer
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