Pharmazeutische Zeitung online

Eine Erfolgsstory

14.02.2000
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- EditorialGovi-Verlag

Eine Erfolgsstory

von Dr. Hartmut Schmall,
Präsident der Bundesapothekerkammer

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern ist heute nicht immer selbstverständlich. Viel zu häufig gibt es leider immer noch Unverständnis über die Kompetenzen der jeweils anderen Heilberufler.

Um so erfreulicher ist, dass jetzt ein großer Erfolg verzeichnet werden konnte: Erstmalig wurde mit einer medizinischen Fachgesellschaft ein Konzept zur Pharmazeutischen Betreuung einer Patientengruppe diskutiert und einvernehmlich beschlossen. Es geht um die Einbeziehung der Apotheker in die Versorgung diabetischer Patienten. Der Bedarf auf diesem Gebiet ist eklatant: Es gibt in Deutschland mindestens vier Millionen Diabetiker; die Zahl noch nicht erkannter Patienten wird auf weitere zwei bis vier Millionen geschätzt.

Erforderlich ist die Mitarbeit der Apotheker sowohl in der Unterstützung der Therapie als auch in der Früherfassung von Risikopersonen. Hier können Folgeschäden verhindert werden, die sowohl eine Verminderung der Lebensqualität für die Betroffenen als auch erhebliche Kosten zur Folge haben. Das Engagement der Apotheker auf diesem Gebiet wurde von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) mit ihrem Präsidenten, Dr. Rolf Renner, München, sehr positiv aufgenommen.

Die DDG gründete deshalb im November 1998 eine Kommission mit Repräsentanten der verschiedenen Fachgesellschaften. Die Bundesapothekerkammer (BAK) wurde durch den Leiter des Zentrums für Arzneimittelinformation und Pharmazeutische Praxis (ZAPP) der ABDA, Dr. Martin Schulz, und durch mich vertreten. Ergebnis dieser aufgeschlossenen und engagierten Zusammenarbeit, an der auch die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft (DPhG) durch ihren damaligen Präsidenten, Professor Dr. Hermann P. T. Ammon, Tübingen, und die Deutsche Diabetes Union (DDU) durch ihren Präsidenten, Professor Dr. Hellmut Mehnert, München, beteiligt war, ist das Konzept zu den Möglichkeiten und Grenzen der Apotheker in der Betreuung diabetischer Patienten.

Um den Apotheker in der Wahrnehmung der Aufgaben zu unterstützen und eine Qualität auf hohem Niveau zu erreichen, wurde in der Kommission außerdem ein entsprechendes Fortbildungsprogramm erarbeitet. Beides wurde unter anderem vom Vorstand der DDG und der Mitgliederversammlung der Bundesapothekerkammer einstimmig angenommen.

Es wäre ein großer Erfolg, wenn diesem ermutigenden Beispiel weitere folgen würden und dieser Ansatz weite Verbreitung und Umsetzung in die Praxis erfährt – die Voraussetzungen dafür sind günstig. So ist zu hoffen, dass mit diesem gemeinsamen Konzept der Ärzte und Apotheker - mit den Worten des DDG-Präsidenten Renner - "eine von gegenseitigem Respekt getragene Kooperation zugunsten der Patienten möglich wird". Dies ist ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung. Top

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