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Neuanfang

03.01.2005
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Neuanfang

Ein neues Jahr, ein neuer Geschäftsführender ABDA-Vorstand, ein neuer Vertrag zwischen einer Krankenkasse, Apothekern und Ärzten. Ausreichende Voraussetzungen für einen Neuanfang. In dieser Ausgabe werden Sie aus dem Gespräch mit dem neuen ABDA-Präsidenten, der neuen BAK-Präsidentin und dem wiedergewählten DAV-Vorsitzenden entnehmen können, dass die neue ABDA-Spitze sicher nicht alles neu machen wird, sondern aus dem Bewährten neue Initiativen entwickeln und ihre Politik offensiver vertreten will.

Der neue Vertrag zwischen der Barmer Ersatzkasse, dem Hausärzteverband und dem Deutschen Apothekerverband weist bereits in eine neue Richtung. Erstmalig wurde zwischen Ärzten und Apothekern sowie einem Kostenträger ein Vertrag abgeschlossen, der die Apotheker auf der Basis des Sozialgesetzbuches V in die Versorgung des Patienten einbindet und die Schnittstelle zwischen Arzt und Apotheker definiert. Der Vertrag darf daher als Paradigmenwechsel und als historisch betrachtet werden. Die Tatsache, dass andere Ärzteverbände nach wie vor gegen den Vertrag Sturm laufen, beweist, welche Hürden überwunden werden mussten, um dieses Vertragswerk abzuschließen und ab März 2005 zum Laufen zu bringen.

Vielen ist die tatsächliche Dimension dieses Vertrages offensichtlich noch nicht klar geworden. Er definiert erstmalig vertraglich auf der Basis des SGB V die Rolle des Apothekers im Gesundheitswesen. Er ist deshalb auch eine Existenzsicherung für die Apothekerschaft.

Die politische Anerkennung ist dem Vertrag auf der Pressekonferenz am 22. Dezember 2004 bereits zuteil geworden. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt ließ es sich nicht nehmen, den Vertrag vor der Bundespressekonferenz als Meilenstein zu bezeichnen und als Partnerschaft pro Patient zu charakterisieren.

Das Interesse der Barmer Ersatzkasse an diesem Vertrag ist natürlich vielschichtig. Zum einen wollte man im Wettbewerb mit den anderen Kassen die Erste sein, die einen solchen Integrationsvertrag zu Stande bringt. Zum anderen wollte man unbedingt den Apotheker „als Schutzengel in Sachen Arzneimittelsicherheit“ vertraglich binden.

Es wird jetzt an allen Beteiligten liegen, diesen Vertrag zu einer Erfolgsgeschichte zu machen. Die Apothekerschaft sollte jedenfalls alles daransetzen, den Vertrag umzusetzen, und die BEK-Versicherten motivieren, sich freiwillig einzuschreiben. Auf jeden Fall ist der Vertrag ein guter Start in das Jahr 2005.

Dieser gute Start wurde allerdings durch die Naturkatastrophe in Südasien überschattet. Sie hat einmal mehr bewiesen, wie wenig Einfluss die Menschheit auf Naturereignisse hat. Trotzdem kann sich die Apothekerschaft auch in dieser Sache engagieren, indem sie den Hilfsorganisationen - auch denen aus den eigenen Reihen - Spenden zukommen lässt, die den Menschen in Südasien hilft, die erste Not zu lindern.

Die PZ-Redaktion möchte sich an dieser Stelle bei allen Lesern für ihre Treue bedanken und insbesondere auch denen, die sich an der Umfrage beteiligt haben. Weit über 1000 Leser haben den Fragebogen ausgefüllt und zurückgeschickt. Das Ergebnis wird in Kürze veröffentlicht.

Zum Schluss möchten wir Ihnen für das Jahr 2005 alles Gute und viel Erfolg, privat und beruflich, wünschen, in der Hoffnung, dass Sie die PZ als Ihr Informationsmedium in Sachen Pharmazie weiterhin intensiv nutzen.

Professor Dr. Hartmut Morck
Chefredakteur
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