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Therpiestandards aus dem Netz

15.10.2001
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LEITLINIEN

Therpiestandards aus dem Netz

von Christiane Staiger, Neu-Isenburg

Eine Therapieoptimierung durch zuverlässige Daten wünschen sich alle Beteiligten im Gesundheitswesen. Evidenz-basiert heißt das Zauberwort. Laut Duden bedeutet Evidenz "Deutlichkeit, völlige Klarheit". Wer das Internet auf der Suche nach Therapieempfehlungen durchforstet, sollte allerdings vorsichtig sein und die "evidenten" Seiten sorgfältig herausfiltern.

Die Ärztliche Zentralstelle Qualitätssicherung (ÄZQ) unterhält unter www.leitlinien.de ein umfangreiches Forum zu Leitlinien und Qualitätsindikatoren. Eine breite Auswahl von Leitlinien zu bestimmten Krankheitsbildern kann per Mausklick eingesehen werden. Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) stellt auf ihren Internetseiten wissensbasierte Leitlinien für Diagnostik und Therapie sowohl im Volltext für Fachkreise, als auch kurzgefasste Leitlinien für Patienten ein. Die übersichtliche Tabelle auf der Einstiegsseite listet neben dem Fachgebiet und den publizierten Leitlinien auch das Datum der letzten inhaltlichen Änderung.

Das "Deutsche Netzwerk evidenzbasierte Medizin e.V." hält neben Empfehlungen auch Links auf Websites mit Übungsmaterial zu bestimmten Erkrankungen oder zu Fachgebieten bereit. Hier kann man unter anderem an Patientenbeispielen trainieren. Die URL lautet www.ebm-netzwerk.de/arbeitsmaterial.htm. Unter www.evidence.de entsteht ein Lehr-, Lern- und Informationsforum, das aktuelles und fundiertes medizinisches Wissen für Kliniken und Arztpraxen verfügbar machen will. Das Wissensnetzwerk wird von der Fakultät für Medizin an der Universität Witten/Herdecke betrieben. Experten und Interessierte können auf interaktive, evidenzbasierte Leitlinien kostenfrei zugreifen.

Den Brückenschlag zwischen Forschung und Praxis praktizieren die mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gegründeten Kompetenznetze in der Medizin, www.kompetenznetze-medizin.de. Die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden zu gesundheitspolitisch bedeutenden Krankheitsformen und sich daraus ableitender ärztlicher Leitlinien sind Teil der Projekte.

Der Nutzer kann auch auf zahllose englischsprachige Seiten zu den Themen "Guidelines" und "Evidence-Based Medicine" zugreifen. Gute Beispiele finden sich unter www.ebm-guidelines.com, cebm.jr2.ox.ac.uk, ebm.bmjjournals.com oder www.med.ualberta.ca/ebm/ebm.htm. Empfehlenswert sind weiterhin die Seiten der Canadian Medical Association. Dort sind mehr als 130 Therapieleitlinien zu finden (www.cma.ca/cpgs/category.htm), oder der Agency for Healthcare Research and Quality (text.nlm.nih.gov/ftrs/pick?dbK=10&ftrsK=50593&t=909418718&collect=ahcpr).

Standards und Leitlinien zur Onkologie findet der Internet-Nutzer auf den Seiten der Deutschen Krebsgesellschaft (www.krebsgesellschaft.de/ISTO/Standards/index.html). Die Dateien stehen im PDF-Format auch zum Download bereit. Englischsprachige onkologische Leitlinien bietet das CancerNet der National Cancer Institute auf wwwicic.nci.nih.gov/index.html.

Leitlinien für die Apotheke sind ebenfalls im Internet zu finden. Auf der Homepage der ABDA sind unter www.abda.de/ABDA/artikel.html?ID=645 die wichtigsten Informationen zur Qualitätssicherung und dem Qualitätsmanagementsystem der deutschen Apotheken veröffentlicht. Die Leitlinien zur Qualitätssicherung können als PDF-Dateien heruntergeladen werden, zum Beispiel zu folgenden Themen:

  • Herstellung und Prüfung der nicht sterilen Rezeptur- und Defekturarzneimittel
  • Prüfung der Fertigarzneimittel, Information und Beratung des Patienten bei der Abgabe von Arzneimitteln - Selbstmedikation
  • Information und Beratung des Patienten bei der Abgabe von Arzneimitteln - Erstverordnung im Rahmen der Pharmazeutischen Betreuung
  • Maßnahmen bei Arzneimittelrisiken in der Apotheke oder Durchführung von Blutuntersuchungen.

 

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