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Entspannt am Bildschirm

16.10.2000  00:00 Uhr

COMPUTERPRAXIS
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COMPUTER-ERGONOMIE

Entspannt am Bildschirm

von Gerd Moser, Eschborn

Wer lange und konzentriert am Computer arbeitet, vergisst nicht nur die Zeit, sondern achtet auch selten auf die Körperhaltung oder auf den richtigen Abstand zum Bildschirm. Und regelmäßige Pausen zur Entspannung machen die wenigsten. So sind Beschwerden programmiert. Ein ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz beugt vielen Problemen vor, ist also eine Investition in die Gesundheit.

Gehören brennende Augen, Kopfschmerzen, Ziehen im Nacken und Schmerzen im Rücken für Sie zum Computer-Alltag? Dann ist es höchste Zeit, sich über die Ergonomie an Ihrem Bildschirmarbeitsplatz Gedanken zu machen. Das ist nicht zwangsläufig mit teuren Neuanschaffungen verbunden. In vielen Fällen reicht es aus, die vorhandenen Geräte umzustellen.

Auf Sitzposition achten

Besonders wichtig sind die Büromöbel. Beim Drehstuhl müssen die Sitzhöhe und die Rückenlehne verstellbar sein. Optimal ist es, wenn sich auch die Neigung der Sitzfläche variieren lässt. Hinweise zur körpergerechten Einstellung des Stuhls enthält die mitgelieferte Bedienungsanleitung. Ist der Bildschirm-Arbeitstisch nicht höhenverstellbar, dann reichen bei optimaler Sitzhöhe oft die Beine nicht bis zum Boden. Eine Fußstütze schafft hier Abhilfe. Wenn der Monitor seitlich steht, dreht man den Kopf in diese Richtung. Geschieht dies über lange Zeit hinweg, bleiben Nackenprobleme nicht aus. Deshalb ist es besser, wenn Tastatur und Bildschirm in einer Linie vor dem PC-Benutzer stehen. Der optimale Sehabstand beträgt 50 bis 80 Zentimeter. Und da sich die Oberkante der Mattscheibe in Augenhöhe befinden soll, empfiehlt sich ein höhenverstellbarer Schwenkarm.

Das richtige Licht

Die Beleuchtung des Raumes muss blendfrei sein. An der Decke angebrachte so genannte Spiegel-Raster-Leuchten erfüllen diese Anforderung optimal. Der Nachteil: Diese Leuchten sind vergleichsweise teuer. Einzelne Schreibtisch-Leuchten sind weniger empfehlenswert.

Das Tageslicht ist ein wichtiger Faktor. Steht der Monitor direkt vor einem Fenster, dann müssen die Augen fortwährend zwischen hell und dunkel adaptieren. Das ist auf die Dauer sehr ermüdend. Ein Fenster hinter dem PC-Benutzer ist genauso problematisch: Es spiegelt sich auf der Mattscheibe. Deshalb ist es wichtig, dass der Monitor parallel zum Fenster aufgestellt wird. So lassen sich Blendung und Reflexion vermeiden. Aus diesem Grund sollte das Gerät auch nicht geneigt sein, sondern senkrecht stehen. Eine saubere Bildschirm-Oberfläche erleichtert das Arbeiten zusätzlich. Fingerabdrücke und Tintenspuren des Kugelschreibers irritieren die Augen.

Der richtige Monitor

Damit ein Monitor die Bezeichnung ergonomisch verdient, muss er einige wesentliche Anforderungen erfüllen. So darf zum Beispiel die Bildwiederholfrequenz 73 Hertz nicht unterschreiten, sonst flimmert der Schirm. Besser sind 85 Hertz. Die ideale Größe des Monitors hängt davon ab, was an dem Gerät gearbeitet wird. In den meisten Fällen ist ein 17-Zoll-Monitor ausreichend. Die Auflösung sollte dann 1024 Zeilen mit jeweils 768 Punkten betragen. Je größer der Bildschirm ist, desto höher müssen die Auflösung und die Bildwiederholfrequenz sein.

Ein guter Monitor hat eine entspiegelte Oberfläche und leicht zugängliche Regler für Helligkeit und Kontrast. Beides soll schnell und einfach einstellbar sein. Hierbei gilt: Ein starker Kontrast erleichtert dem Auge die Arbeit. Strahlt der Monitor zu stark, muss die Helligkeit - und nicht der Kontrast - heruntergeregelt werden.

Die besondere Maus

Beim Surfen im Worldwide Web liegt eine Hand auf der Maus: Klicken, Scrollen, Klicken - in einem fort. Beschwerden in Hand, Arm und Schulter lassen nicht lange auf sich warten. Um Erkrankungen zu vermeiden, sollte die Maus rundlich geformt sein und die Hand möglichst ausfüllen. Aber eine Hand ist nicht wie die andere. Deshalb gibt es Mäuse für große und für kleine Hände, für Rechts- und für Linkshänder.

Das Scrollen der Seiten ist besonders problematisch: Während der Scrollbalken mit der Maus Stück für Stück bewegt wird, bleibt der Finger auf der Maustaste und hält diese gedrückt. Das führt sehr schnell zu Verkrampfungen. Weitaus angenehmer ist eine Wheel-Maus. Diese hat zwischen den beiden Tasten ein kleines Rad, das mit dem Zeigefinger leicht gedreht werden kann. Auf diese Weise scrollt die Seite auf und ab, die Hand bleibt entspannt.

Wer am Computer viel schreibt, merkt schnell, dass die leicht angewinkelte Haltung der Hände die Gelenke belastet. Ergonomische Tastaturen berücksichtigen die natürliche Handhaltung: Das Tastenfeld ist geteilt und leicht abgeknickt sowie zur Mitte hin erhöht. So können die Hände bei der Arbeit gerade gehalten werden.

Pausen sind wichtig

Investitionen in ergonomisches Arbeitsgerät sind nur sinnvoll, wenn während des Arbeitens regelmäßig Pausen gemacht werden. Entspannungsübungen und Ausgleichsgymnastik sollen Verspannungen verhindern. Die meisten Krankenkassen bieten Informationsbroschüren oder CDs zu diesem Thema an. Auch im Internet sind Hinweise und Anleitungen zur "Entspannung zwischendurch" erhältlich. Sogar Programme, welche die Arbeit regelmäßig unterbrechen und zu Übungen auffordern, kann man sich aus dem Netz herunter laden.

Links zum Thema:

www.ergonetz.de/

www.hu-berlin.de/rz/vwedv/empfehlg/ergonomie/ergonomie.html

www.sozialnetz-hessen.de/ergo-online/Recht/Arbsch-verw.htm

Programme zum Herunterladen:

www.computer.de

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