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Risikocheck im Internet

20.03.2000
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-ComputerpraxisGovi-VerlagHERZINFARKT

Risikocheck im Internet

von Stephanie Czajka, Berlin

Kennen Sie Ihr Herzinfarktrisiko? Nein? Im Internet unter http://www.chd-taskforce.com können Sie es sich jetzt auf zwei Kommastellen genau ausrechnen lassen. Professor Dr. Gerd Assmann, Universität Münster, führte diese Website zur Berechnung des Herzinfarktrisikos auf einer Pressekonferenz der Firma Bayer Vital in Berlin vor.

Zwei Patienten mit denselben LDL-Werten müssen nicht unbedingt dasselbe Herzinfarktrisiko haben. Es wird durch andere Faktoren beeinflusst, zu den wichtigsten gehören HDL- und Triglyceridkonzentration im Blut, Alter, Blutdruck, Rauchen, Diabetes und familiäre Disposition. Diese acht Faktoren werden auf der Internetseite der International Task Force for Prevention of Coronary Heart Disease abgefragt und daraus das individuelle Risiko berechnet.

Der Patient wird mit seinem Risiko in eine von fünf Gruppen (Quintile) eingeteilt. Ab der vierten Quintile sei das Risiko behandlungsbedürftig, sagte Assmann. Die Therapie sollte die spezifischen Risikofaktoren berücksichtigen. Rauchen alleine kann einen Patienten von der zweiten in die vierte Quintile absteigen lassen.

Das System zur Berechnung des Risikos basiert auf den Ergebnissen der PROCAM-Studie (Prospective Cardiovascular Münster Study). In der Studie wurden über 30.000 Teilnehmer über rund acht Jahre beobachtet. Allerdings traten nur bei einer Gruppe von rund 4800 Männern zwischen 40 und 65 Jahren kardiale Ereignisse auf, die eine statistische Auswertung erlaubten.

Assmann hält es für sinnvoll, dass jeder Bürger auf diese Weise kennenlerne sein persönliches Risiko. Der Test helfe zudem, symptomfreie Patienten von der Notwendigkeit einer Therapie zu überzeugen. Top

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