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Per Mausklick zum Diplom

15.01.2001  00:00 Uhr

Per Mausklick zum Diplom

von Christiane Staiger, Eschborn

Aufbau- oder Ergänzungsstudiengänge per Fernkurs werden immer beliebter. Die Teilnehmer können bequem von zu Hause aus studieren, unabhängig von der Uhrzeit. Durch das Internet haben sich die Unterrichtsmethoden gegenüber den traditionellen Fernlehrgängen weiterentwickelt. Das Versenden des Unterrichtsmaterials an die Teilnehmer dauerte früher einige Tage. Die Angebote auf dem virtuellen Campus werden stetig erweitert.

Die wichtigsten Vorteile der Internetkurse sind die Interaktivität und die Möglichkeit, mit der Fakultät oder Mitstudenten direkt Kontakt aufzunehmen. An vielen virtuellen Universitäten werden E-Mail und Chat regelmäßig genutzt, um Lerninhalte in der Gruppe zu diskutieren und Aufgaben zu lösen. Audio- oder Videosequenzen können im Internet leicht eingebunden werden. Sie gehören deshalb heute bei zahlreichen Kursen genauso wie praktische Fallbeispiele und elektronische Fragebögen zum Unterricht.

Virtuelle Studienführer und Universitäten

Einen Überblick über die vielfältigen Angebote der Kurse und Programme kann man sich direkt im Worldwide Web verschaffen. In Deutschland führend sind die Studienführer "Studieren im Netz" und der "Hochschulkompass" der Hochschulrektorenkonferenz.

An der Fern-Universität-Gesamthochschule in Hagen wird zurzeit ein ehrgeiziges Projekt zur Gründung einer virtuellen Universität umgesetzt. Alle Funktionen und Leistungen einer Universität sollen elektronisch zugänglich gemacht werden. Die heute schon verfügbaren Angebote sind in den Webauftritt der jeweiligen Fachbereiche eingebunden. Eine Campustour, die die Möglichkeiten und Grenzen des Internet aufzeigt, kann man auf den Seiten der "Virtual-U" unternehmen.

Pharmazienahe Studienangebote

Studienmöglichkeiten im Internet mit Bezug zur Pharmazie kommen zumeist aus den USA, Kanada oder Großbritannien; ausreichende englische Sprachkenntnisse sind daher Voraussetzung zur Teilnahme. Die University of Derby bietet per computerunterstütztem "distance learning" ein Zertifikat oder Diplom in Community Pharmacy an.

Die School of Pharmacy der University of Mississippi bietet in ihrem Hypertension Certificate Program einen Zertifikatskurs zur Pathophysiologie und Behandlung des Bluthochdrucks an. Der Kurs dauert 30 Stunden und erstreckt sich über 15 Wochen. Die Teilnehmer treffen sich in virtuellen Lerngruppen mit jeweils fünf Studenten unter Moderation eines Tutors einmal pro Woche für zwei Stunden im Internet und bearbeiten nach der Methode des Problem-orientierten Lernens (problem-based learning, PBL) gemeinsam Patientenfälle. Ein neuer Kurs startet immer dann, wenn fünf Anmeldungen vorliegen.

Der Kurs "Anticoagulant Therapy Management Certificate Program" der University of Southern Indiana richtet sich an Apotheker, die Patienten unter antikoagulatorischer Therapie betreuen. Er erstreckt sich über sechs Wochen und entspricht etwa 40 Fortbildungsstunden. Da der Kurs fünfmal pro Jahr angeboten wird, ist der Einstieg kurzfristig möglich. Nach erfolgreichem Abschluss erhält der Teilnehmer ein Zertifikat.

Die American Society of Consultant Pharmacists bietet einen dreimonatigen Kurs "Geritatric Pharmacy Review Course" an, in dem spezielle Kenntnisse zur Pharmakotherapie geriatrischer Patienten vermittelt werden. Der geriatrischen Pharmazie widmet sich ebenfalls das Zertifikat der Commission for Certification in Geriatric Pharmacy.

Weitere Hinweise zu universitären Aufbaustudiengängen finden Sie auf der Homepage der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände unter der Rubrik "Apotheker" in der Linkliste "PharmaLinks für Studenten und Berufsanfänger".

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