Pharmazeutische Zeitung Online
AMK

Zinkacetat lindert Symptome einer Erkältung

13.11.2000
Datenschutz bei der PZ

Zinkacetat lindert Symptome einer Erkältung

von Wolfgang Kämmerer, Wiesbaden

Hohe Dosen Zinkacetat zu Beginn eines grippalen Infektes senken signifikant die Dauer und Schwere der Symptome. Das beobachteten amerikanische Wissenschaftler in einer Untersuchung mit 50 freiwilligen Probanden.

US-amerikanische Erwachsene und Kinder erkranken durchschnittlich zwei- bis sechsmal pro Jahr an einer Erkältung. Wirksame Behandlungsmethode gibt es bis dato nicht. Bislang wurden insgesamt zehn kontrollierte Studien mit Zinkacetat publiziert. Bei der Hälfte der Studien konnte ein positiver Effekt von Zink auf die Dauer der Erkältungssymptome gezeigt werden. In den restlichen Untersuchungen erwies sich die Substanz jedoch als wirkungslos.

Experten streiten sich noch immer über die korrekte Dosierung und eine sinnvolle galenische Formulierung. Zudem konnte man den Wirkungsmechanismus von Zink noch nicht aufklären. Eventuell hemmt das Metall die Bildung von Capsid-Proteinen unter anderem in Rhinoviren.

Jetzt untersuchte ein Forscherteam von der Wayne State University in Detroit, USA, in einer placebokontrollierten, randomisierten Doppelblindstudie erneut den Einfluss von Zinkacetat auf die Dauer der Erkältungssymptome. Zusätzlich bestimmten die Wissenschaftler diesmal auch die Plasmaspiegel von Zink sowie die Konzentration von proinflammatorischen Zytokinen im Blut.

Insgesamt 50 freiwillige Probanden erhielten innerhalb von 24 Stunden nach Einsetzen der Symptome alle zwei bis drei Stunden während der Wachzeiten entweder Placebo oder ein Zink-Präparat mit 12,8 mg Zinkacetat solange die Krankheitssymptome anhielten. Jeder Patient in der Zink-Gruppe schluckte im Mittel 80 mg Zink täglich. Die Wissenschaftler ermittelten die subjektiven Symptome einer Erkältungskrankheit wie Schnupfen, Halsschmerzen, Husten, Fieber und Kopfschmerzen über einen Zeitraum von zwölf Tagen. Die Plasmaspiegel der proinflammatorischen Zytokine sowie von Zink bestimmte sie am ersten Tag sowie nach Abklingen der Symptome.

Im Vergleich zu Placebo klang die Erkältung unter Verum signifikant schneller ab (4,5 versus 8,1 Tage). Auch Husten und Schnupfen gingen schneller vorbei (3,1 versus 6,3 und 4,1 versus 5,8 Tage). Die gemessenen Zink-Plasmaspiegel unterschieden sich jedoch in beiden Gruppen nicht. Die Autoren begründen das mit einer zu kurzen Behandlungsdauer. Die Spiegel der proinflammatorischen Zytokine unterschieden sich zwar zugunsten der Zink-Gruppe, die Unterschiede waren jedoch nicht signifikant.

In einem begleitendem Editorial wird angeregt, diese Ergebnisse in einer größeren Studie zu prüfen, um den Wert der Zink-Therapie zu bestätigen.

Quelle:
(1) Prasad, A. S., et al., Ann. Intern. Md. 133 (2000) 245 - 252.
(2) Desbiens, N., Ann. Intern. Md. 133 (2000) 302 - 303. Top

© 2000 GOVI-Verlag
E-Mail: redaktion@govi.de

Mehr von Avoxa