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In vier Schritten von Skepsis zu Motivation

Wissenschaftler aus Kanada haben einen Leitfaden auf Basis der motivierenden Gesprächsführung entwickelt. Er soll dabei helfen, Menschen, die Impfungen zögerlich gegenüberstehen, gezielt aufzuklären und ihnen Sorgen zu nehmen.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 18.03.2026  07:00 Uhr
In vier Schritten von Skepsis zu Motivation

Wie gelingt Impfkommunikation mit Menschen, die zögerlich sind, sich impfen zu lassen? Einen praktischen Gesprächsleitfaden liefert ein Autorenteam um Professor Dr. Arnaud Gagneur von der Universität Sherbrooke in Quebec, Kanada. Gagneur ist Kinderarzt und forscht vorrangig zur Impfskepsis von Eltern. Was es mit der sogenannten motivierenden Gesprächsführung auf sich hat und warum es dabei eher um Haltung als um Technik geht, erläutert das Team in einer Publikation im Fachjournal »Human Vaccines & Immunotherapeutics« (2024, DOI: 10.1080/21645515.2024.2391625).

Abzugrenzen von Impfskeptikern sind überzeugte Impfverweigerer beziehungsweise Wissenschaftsleugner, die sich in aller Regel nicht von rationalen Argumenten überzeugen lassen. Der Leitfaden soll daher vor allem in Gesprächen mit Menschen, die noch unsicher bezüglich Impfungen sind, eine Hilfestellung bieten.

»Unser Ziel ist es, Gesundheitsdienstleistern Strategien und Techniken aus dem Bereich der motivierenden Gesprächsführung zur Verfügung zu stellen, die ihnen dabei helfen können, ihre Patienten von Impfskepsis zu Impfmotivation zu führen«, so die Autoren. Das Prinzip besteht im Kern aus vier Schritten: Vertrauen aufbauen, die Sichtweisen des Gegenübers verstehen, gezielt Informationen anbieten und die Entscheidung respektieren.

1. Beziehung aufbauen

Am Anfang steht das Zuhören, nicht das Argumentieren. Eine offene Haltung schafft Raum, in dem Patienten ihre Sorgen aussprechen können. Ein Einstieg wie »Was denken Sie darüber, die Impfung gegen Covid‑19 zu erhalten?« signalisiert Interesse. Werden Zweifel geäußert, helfen spiegelnde Formulierungen wie »Da gibt es etwas, das Sie verunsichert. Sie wünschen sich mehr Sicherheit«, um Vertrauen aufzubauen. Auch Anerkennung stärkt die Gesprächsbasis: »Es ist beeindruckend, wie sorgfältig Sie nach verlässlichen Informationen suchen.« In dieser Phase geht es ausschließlich um Verständnis – die Korrektur von Falschinformationen muss warten.

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