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Apotheken in Kanada
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Impfstation, Ideenfabrik & Influencer

Kanadas Vor-Ort-Apotheken geben Gas. Mit neuen Dienstleistungen und politischem Engagement entlasten sie immer stärker das Gesundheitssystem und sprechen von einer sonnigen Zukunft für den Berufsstand.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 07.04.2025  12:00 Uhr

Das Jahr 2024 war ein Jahr des Wandels für die kanadischen Vor-Ort-Apotheken. Die kollektiven Bemühungen haben den Sektor gestärkt und die Bedeutung der kanadischen Offizinen zu einem Eckpfeiler der Primärversorgung gemacht. Das geht aus dem aktuellen Geschäftsbericht des Berufsverbands Neighbourhood Pharmacy Association of Canada hervor.

Durch ihren Input für neue Versorgungsideen gelang es den Vor-Ort-Apotheken, Druck aus dem Gesundheitssystem zu nehmen und sich gleichzeitig als wichtigen Bestandteil der medizinischen Grundversorgung zu etablieren. Inzwischen haben sich die mehr als 12.200 Mitgliedsapotheken als zentrale Anlaufstellen entwickelt, die 95 Prozent der Kanadier im Umfeld von 5 Kilometern erreichen können.

Die Apothekenteams impfen, unter anderem gegen Covid-19 und Influenza, beurteilen aber auch kleinere Beschwerden wie Viruserkrankungen der Atemwege, für die sie auch selbst Präparate verschreiben dürfen. »Wir waren ständig in Bewegung, um sicherzustellen, dass wir proaktiv bleiben und jede Gelegenheit nutzen, um zu glänzen«, heißt es in dem Bericht des Berufsverbands.

Ganz nah an der Politik

Erfolge verzeichnete die Apothekerschaft dem Bericht zufolge zudem durch ihre wirtschaftlichen Verhandlungen mit der Politik. Und auch im laufenden Jahr gilt es, die »nachhaltige Finanzierung« der Betriebe zu schützen sowie ein Ökosystem aufzubauen, das innovative Dienstleistungen fördert. Dem »unermüdlichen Engagement« der Vor-Ort-Apotheken bei der Regierung, beim Aktivieren der Interessengruppen und politischen Entscheidungsträgern sei es zu verdanken, dass es gelang, kritische Risiken und Probleme in der Versorgung zu vermitteln.

Die Apothekerschaft hat laut dem Bericht »eine mutige Haltung eingenommen« und forderte unter anderem eine »staatliche Aufsicht«. Ziel des Verbandes ist es, auf diese Weise die Wahlfreiheit der Patientinnen und Patienten sowie die Nachhaltigkeit der kanadischen Apotheken zu schützen.

Ebenfalls ist im vergangenen Jahr eine Task Force entstanden, die sicherstellen soll, dass die kanadischen Apotheken zum einen die Versorgung so effizient und kostengünstig wie möglich gestalten können. Und zum anderen alle nötigen Qualitätsstandards für die Patientenversorgung einhalten und parallel die Patientinnen und Patienten bei informierten Entscheidungen unterstützen können. Wie auch hierzulande bemühen sich die kanadischen Kolleginnen und Kollegen darum, ihr Angebot an pharmazeutischen Dienstleistungen auszuweiten – mit angemessener Vergütung. »Gemeinsam bauen wir eine blühende Zukunft für die Apotheken und die Gemeinden, denen sie dienen«, so der Verband.

Die gesamten (politischen) Bemühungen hat der Bericht grafisch aufbereitet.

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