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Akzeptanz-Monitoring
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Impfmythen halten sich hartnäckig

Mehr als 60 Prozent der Bundesbürger vertrauen auf Impfstoffe – doch viele glauben weiterhin an Mythen und fürchten zu viele Impfungen für Kinder. Das zeigt die jährliche Online-Befragung des Robert-Koch-Instituts.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 02.03.2026  16:12 Uhr

Die Mehrheit der Bundesbürger vertraut den Entscheidungen und Empfehlungen der Gesundheitsbehörden zu Impfungen. Gleichzeitig ist aber ein beträchtlicher Teil der Menschen auch für längst widerlegte Impfmythen zugänglich – etwa zu einem (nicht existenten) Zusammenhang zwischen Impfungen und der Entstehung von Autismus. Das geht aus einer Online-Befragung  von mehr als 5000 Erwachsenen im Rahmen des Impress-Projekts des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor.

Demnach halten rund 80 Prozent der Befragten Impfungen für eine sinnvolle Maßnahme zur Krankheitsvorbeugung. Nur gut 7,3 Prozent gaben an, Impfungen seien für sie selbst völlig oder eher überflüssig. Mehr als 60 Prozent der Befragten glauben, dass Behörden nur sichere und wirksame Impfstoffe zulassen. Und grob zwei Drittel der Menschen lassen sich impfen, um auch andere Menschen zu schützen.

Gleichzeitig ist eine deutliche Mehrheit gegen eine Stigmatisierung von ungeimpften Menschen. Nur 20 Prozent der Befragten halten einen Ausschluss dieser Gruppe von öffentlichen Veranstaltungen für vertretbar.

Die Befragung zeigt auch ein gewisses Misstrauen in die Behörden: Knapp 20 Prozent glauben, dass Gesundheitsbehörden dem Einfluss der Pharmakonzerne folgen, ein weiteres Drittel stimmt dieser Aussage immerhin teilweise zu. Knapp 8 Prozent glauben völlig oder eher, Impfungen seien schlimmer als die Krankheiten, vor denen sie schützen. Weitere 20 Prozent stimmen dem teilweise zu.

Impfmythen: Falsche Angst vor Autismus und Allergien

Auffällig viele Menschen sind zugänglich für Impfmythen: So sind etwa 5 von 10 Personen unsicher, ob Impfungen Allergien fördern oder Autismus auslösen – was nicht der Fall ist. Diese Fehleinschätzung könne das Vertrauen in die Sicherheit und Wirksamkeit von Impfungen beeinträchtigen, betonen die Autoren.

»Erste Auffälligkeiten, die auf Autismus hinweisen, zeigen sich meist bereits vor dem dritten Lebensjahr – also genau in der Zeit, in der Kinder viele Impfungen erhalten«, erläutert das RKI. »Diese zeitliche Nähe kann den Eindruck erwecken, die Impfung habe die Erkrankung ausgelöst. Wissenschaftliche Studien zeigen jedoch eindeutig, dass dies ein Trugschluss ist.«

Autismus trete bei geimpften und ungeimpften Kindern gleich häufig. »Als Hauptursache gelten genetische Faktoren.« Wissenschaftliche Studien konnten laut RKI auch keinen Zusammenhang zwischen Impfungen und Allergien nachweisen.

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