| Daniela Hüttemann |
| 26.01.2026 15:46 Uhr |
Die größte Ausweitung dürfte es bei der Impfung gegen Herpes zoster (Gürtelrose) gegeben haben. Es bleibt bei der Standardimpfung für alle Personen ab 60 Jahren. Zusätzlich ist die Impfung mit einem Totimpfstoff indiziert bei allen ab 18 Jahren mit mit erhöhter Gefährdung, infolge einer angeborenen oder erworbenen Immundefizienz (insbesondere einer iatrogenen, also medikamentenbedingten Immunschwäche) oder infolge schwerer Ausprägungen einer chronischen Grunderkrankung an Herpes zoster zu erkranken.
Aufgrund eines aktuellen Ausbruchs mit Haemophilus-influenzae-b unter Erwachsenen in Norddeutschland gibt es seit August eine Indikationsimpfempfehlung und Empfehlungen zur postexpositionellen Chemoprophylaxe gegen das Bakterium.
Neu ist unter anderem, dass die STIKO für die RSV-Impfung nun neben dem proteinbasierten Impfstoffen auch die mRNA-basierte Vakzine mResvia® nennt (ohne eine Präferenz anzugeben). Die einmalige RSV-Impfung ist für alle Personen ab 75 Jahre als Standardimpfung und für Personen im Alter von 60 bis 74 Jahren mit einer relevant beeinträchtigenden Grunderkrankung sowie für Bewohnende in Einrichtungen der Pflege als Indikationsimpfung empfohlen.
Bei der Grippeimpfung ist neu, dass die jährliche Influenza-Impfung im Herbst/Winter nun auch bei Personen indiziert ist, die im privaten oder arbeitsbedingten Umfeld regelmäßigen direkten Kontakt zu Schweinen, Geflügel, Wildvögeln, Robben und anderen Tieren haben. Hintergrund ist die weltweite Ausbreitung von hoch pathogenen H5Nx-Viren, also Subtypen der Vogelgrippe. Gemeint ist kein spezieller, sondern der saisonale Grippeimpfstoff.
Eine MPox-Impfung wird Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko empfohlen. Beispielhaft genannt werden Männer, trans-Männer sowie nicht binäre Personen, die Sex mit Männern haben und dabei häufig die Partner wechseln, sowie Sexarbeitende.
Die STIKO empfiehlt zudem eine Impfung gegen das tropische Chikungunya-Virus bei Reisen in Gebiete mit aktuellem Ausbruchsgeschehen oder bei wiederholten Aufenthalten in einem Endemiegebiet für Personen, bei denen ein erhöhtes Risiko für eine Chronifizierung oder einen schweren Krankheitsverlauf besteht. Dazu können der Totimpfstoff Vimkunya® für alle ab zwölf Jahren oder der attenuierte Lebendimpfstoff Ixchiq® für Personen im Alter von 12 bis 59 Jahren verwendet werden.