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STIKO-Empfehlungen
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Impfkalender 2026 veröffentlicht

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat den neuen Impfkalender mit allen aktualisierten Empfehlungen veröffentlicht. Das betrifft unter anderem RSV, Meningokokken, Influenza und Herpes zoster.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 26.01.2026  15:46 Uhr

Die jeweiligen Impfempfehlungen für die Krankheitserreger wurden bereits im Laufe des vergangenen Jahres einzeln veröffentlicht. Im aktuellen »Epidemiologischen Bulletin« sind nun alle Empfehlungen der STIKO zusammengefasst – sowohl mit ausführlichen Begründungen als auch mit Kurzüberblick zu den wesentlichen Änderungen und Ergänzungen. Dort findet sich auch der entsprechend aktualisierte Impfkalender.

Auch die allgemeinen Hinweise zur Durchführung von Schutzimpfungen wie zu Impfabständen, Impfen bei Immundefizienz oder in der Schwangerschaft, zu Impfreaktionen, Lieferengpässen und Kostenübernahmen sind hier zusammengefasst. 79 Seiten umfasst daher die aktuelle Ausgabe des Bulletins. Die Informationen sind zudem auch in der kostenlosen STIKO-App verfügbar und aktualisiert. Sie wurde für impfendes Fachpersonal entwickelt, um bei Fragen rund ums Impfen im Praxisalltag zu unterstützen. Dort sind auch die Fachinformationen aller Impfstoffe, zu Reiseimpfungen, ein FAQ zu Impfungen sowie der RKI-Ratgeber zu impfpräventablen Erkrankungen zu finden.

Meningokokken-Impfung für Jugendliche statt Babys

Ganz neu ist die Empfehlung, dass die bisherige Impfung gegen Meningokokken der Gruppe C im Alter von zwölf Monaten entfällt. Stattdessen sollen nun alle Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren standardmäßig mit einem quadrivalenten Konjugat-Impfstoff gegen die Serogruppen A, C, W und Y immunisiert werden. Ein Nachholen ist bis zum 25. Lebensjahr möglich.

Für Zwei- bis 17-Jährige mit erhöhtem Risiko für eine schwere Pneumokokken-Erkrankung hat sich die Indikationsimpfung geändert. Die STIKO empfiehlt ganz konkret eine Impfung mit PCV20. Damit ist der 20‑valente Pneumokokken‑Konjugatimpfstoff Prevenar 20® gemeint (früher Apexxnar®). Die Anwendung des 23-valenten Pneumokokken-Polysaccharid-Impfstoffs (PPSV23) alleine oder im Rahmen eines sequenziellen Impfschemas wird nicht mehr empfohlen.

Herpes-zoster-Impfung ab 18 bei Grunderkrankung

Die größte Ausweitung dürfte es bei der Impfung gegen Herpes zoster (Gürtelrose) gegeben haben. Es bleibt bei der Standardimpfung für alle Personen ab 60 Jahren. Zusätzlich ist die Impfung mit einem Totimpfstoff indiziert bei allen ab 18 Jahren mit mit erhöhter Gefährdung, infolge einer angeborenen oder erworbenen Immundefizienz (insbesondere einer iatrogenen, also medikamentenbedingten Immunschwäche) oder infolge schwerer Ausprägungen einer chronischen Grunderkrankung an Herpes zoster zu erkranken.

Aufgrund eines aktuellen Ausbruchs mit Haemophilus-influenzae-b unter Erwachsenen in Norddeutschland gibt es seit August eine Indikationsimpfempfehlung und Empfehlungen zur postexpositionellen Chemoprophylaxe gegen das Bakterium.

RSV-Alternative und Influenza-Impfung bei Tierkontakten

Neu ist unter anderem, dass die STIKO für die RSV-Impfung nun neben dem proteinbasierten Impfstoffen auch die mRNA-basierte Vakzine mResvia® nennt (ohne eine Präferenz anzugeben). Die einmalige RSV-Impfung ist für alle Personen ab 75 Jahre als Standardimpfung und für Personen im Alter von 60 bis 74 Jahren mit einer relevant beeinträchtigenden Grunderkrankung sowie für Bewohnende in Einrichtungen der Pflege als Indikationsimpfung empfohlen.

Bei der Grippeimpfung ist neu, dass die jährliche Influenza-Impfung im Herbst/Winter nun auch bei Personen indiziert ist, die im privaten oder arbeitsbedingten Umfeld regelmäßigen direkten Kontakt zu Schweinen, Geflügel, Wildvögeln, Robben und anderen Tieren haben. Hintergrund ist die weltweite Ausbreitung von hoch pathogenen H5Nx-Viren, also Subtypen der Vogelgrippe. Gemeint ist kein spezieller, sondern der saisonale Grippeimpfstoff.

Änderungen bei MPox und Chikungunya

Eine MPox-Impfung wird Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko empfohlen. Beispielhaft genannt werden Männer, trans-Männer sowie nicht binäre Personen, die Sex mit Männern haben und dabei häufig die Partner wechseln, sowie Sexarbeitende.

Die STIKO empfiehlt zudem eine Impfung gegen  das tropische Chikungunya-Virus bei Reisen in Gebiete mit aktuellem Ausbruchsgeschehen oder bei wiederholten Aufenthalten in einem Endemiegebiet für Personen, bei denen ein erhöhtes Risiko für eine Chronifizierung oder einen schweren Krankheitsverlauf besteht. Dazu können der Totimpfstoff Vimkunya® für alle ab zwölf Jahren oder der attenuierte Lebendimpfstoff Ixchiq® für Personen im Alter von 12 bis 59 Jahren verwendet werden.

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