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Fehlzeiten-Report der AOK
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Immer mehr Ausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen

Die krankheitsbedingten Fehlzeiten sind in Deutschland 2025 und im ersten Halbjahr 2026 leicht zurückgegangen. Gleichzeitig fallen immer mehr Arbeitnehmer aufgrund psychischer Erkrankungen aus. Allein die Zahl der Burnout-Diagnosen ist seit 2016 um 77 Prozent gestiegen.
AutorKontaktPZ
Datum 12.10.2026  12:40 Uhr
Immer mehr Ausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen

Die stetige Zunahme von Krankmeldungen aufgrund psychischer Erkrankungen und die damit verbundenen langen Ausfallzeiten der Beschäftigten sind wesentliche Treiber für den Anstieg der Fehlzeiten in den vergangenen Jahren. Das zeigen die Analysen des aktuellen Fehlzeiten-Reports 2026 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) mit dem Schwerpunktthema »Mentale Gesundheit in der Arbeitswelt stärken«.

Die Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen sind laut der Pressemitteilung bei den AOK-versicherten Beschäftigten in den vergangenen zehn Jahren um knapp 42 Prozent gestiegen. Während 2016 noch 284 Arbeitsunfähigkeitstage je 100 Mitglieder zu verzeichnen waren, lag dieser Wert 2025 bei 403 Tagen je 100 Mitglieder.

Im Vergleich der verschiedenen Krankheitsarten lagen die psychischen Erkrankungen 2025 mit durchschnittlich 14,1 AU-Fällen je 100 Mitglieder zwar weit hinter den Atemwegserkrankungen, die mit 80,3 AU-Fällen je 100 Mitglieder die Statistik anführen. Sie nahmen aber bei der durchschnittlichen Dauer der Krankschreibung je Fall mit 28,5 Tagen einen Spitzenplatz ein. Zum Vergleich: Bei den Atemwegserkrankungen waren es 2025 nur 5,7 Tage je Fall. Ein überdurchschnittlicher Anstieg von 77 Prozent war laut Fehlzeiten-Report bei den Burnout-Diagnosen zu verzeichnen: Während 2016 noch 11,0 Ausfalltage je 100 AOK-Mitglieder mit der Diagnose Burnout erfasst wurden, waren es 2025 bereits 19,5 Tage.

Insgesamt leicht rückläufige Fehlzeiten

Über alle Erkrankungen hinweg gab es bei den Fehlzeiten nach den Höchstständen der vergangenen Jahre jedoch einen leicht rückläufigen Trend. So waren 2025 insgesamt 23,3 Arbeitsunfähigkeitstage je AOK-Mitglied zu verzeichnen. Damit lag der Wert leicht unter dem Spitzenwert aus dem Jahr 2022 (24,5 Tage) und der Jahre 2023 und 2024 (jeweils 23,9 Tage), aber immer noch deutlich über dem Niveau vor der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU).

»Die eAU hat neben weiteren Faktoren wie dem Anstieg der Atemwegserkrankungen infolge der Corona-Pandemie und dem stetigen Zuwachs bei den psychischen Erkrankungen zu einer vollständigeren Erfassung der Krankmeldungen und zu einem Niveau-Shift nach oben geführt«, so die Einordnung von Helmut Schröder, WIdO-Geschäftsführer und Mitherausgeber des Fehlzeiten-Reports. Im ersten Halbjahr 2026 lagen die erfassten AU-Tage demnach unter dem Niveau des ersten Halbjahres 2025, sodass in diesem Jahr mit einem weiter sinkenden Krankenstand zu rechnen ist.

Die längsten Ausfallzeiten bei den psychischen Erkrankungen entfielen laut Report auf die Diagnose »Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen«, gefolgt von depressiven Episoden und wiederkehrenden depressiven Störungen.

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