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Drogen in der Musik
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Im kreativen Rausch

Berauschende Substanzen und Drogen sind seit vielen Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Themenwelt in der populären Unterhaltungsmusik. Die beliebtesten Musikstücke stehen regelmäßig auch im Fokus von Untersuchungen, die zeigen: Der Anteil drogenrelevanter Inhalte ist seit den 1960er-Jahren kontinuierlich gestiegen.
AutorKontaktPZ
Datum 16.06.2022  16:30 Uhr

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Drogen werden in den Songtexten mal mehr mal weniger klar beim Namen genannt, in den meisten Fällen werden umgangssprachliche Synonyme verwendet, von denen für Opioide mehr als 80, für Stimulanzien und Amphetamine mehr als 110 im englischsprachigen Raum bekannt sind. Dass es sich bei »Mary Jane« (zum Beispiel in »Sugar Man« von Rodriguez) nicht um eine angebetete Frau handelt, sondern MJ für die englische Schreibweise von Marihuana steht, dürfte sich herumgesprochen haben. Dasselbe gilt für »Mr. Tambourine Man« von Bob Dylan. Textinterpretationen sind jedoch nicht immer soeindeutig.

John Lennon bestritt beispielsweise stets einen Drogenzusammenhang bei »Lucy in the Sky with Diamonds«. Vielmehr hätte man versucht, den surrealen Schriften von Lewis Carroll und Edward Lear gerecht zu werden, beteuerten er und die anderen Beatles. Die Fangemeinde hingegen glaubt, in den Anfangsbuchstaben des Titels »LSD« zu lesen. Noch geheimnisvoller gab sich David Bowie mit selbstreferenziellen Verweisen in seinen oft rätselhaften Liedtexten. Der schillernde Verwandlungskünstler, der sich in seiner Berliner Zeit angeblich ausschließlich von Paprika, Milch und Kokain ernährte, deutet beispielsweise in »Ashes to Ashes« (1980) an, dass es sich bei dem einsamen Weltraumausflug in »Space Oddity« (1969) um einen Drogentrip handelt (»You know Major Tom is a Junkie«). In der Musik dürfte dies nicht der einzige mehrdeutige Höhenflug sein.

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