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BPhD-Tagung in Berlin
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Ideen für Ausbildung und Beruf

Vom 7. bis 9. November fand an der Freien Universität Berlin die 139. Bundesverbandstagung des Bundesverbands der Pharmaziestudierenden in Deutschland statt. Mehr als 160 Studierende, Alumni und Gäste nahmen teil. Die Studierenden diskutierten über aktuelle Herausforderungen des Berufsstands und verabschiedeten neue Positionen zur Ausbildung und Nachwuchsgewinnung.
AutorKontaktPZ
Datum 12.11.2025  14:00 Uhr

Die Veranstaltung eröffnete Anna Gommlich, Präsidentin des Bundesverbands der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD), wie der Verband kürzlich in einer Pressemitteilung berichtete. Sie betonte, wie wichtig es für Studierende sei, Hochschulpolitik mitzugestalten und das Studium weiterzuentwickeln.

Auch Dr. Ina Lucas, ABDA-Vizepräsidentin und Präsidentin der Apothekerkammer Berlin, hob die Rolle der Studierenden bei der Weiterentwicklung des Berufsstands hervor. Sie dankte dem BPhD für sein Engagement bei der Novellierung der Approbationsordnung. »Die Zukunft der Pharmazie entsteht nicht durch Verordnungen, sondern durch Menschen«, schloss sie ihr Grußwort.

Im Festvortrag »Covid - Quo vadimus?« ging Dr. Timo Niedermeyer, Professor für pharmazeutische Biologie an der FU Berlin, auf unterschätzte Risiken und Folgeerkrankungen durch Covid-19 ein. Er betonte, dass die Multisystemerkrankung den gesamten Körper betreffe und im Gesundheitssystem ernster genommen werden müsse. Zudem hob er die Bedeutung der Prävention hervor.

Neben den Plenardiskussionen gab es ein umfangreiches Rahmenprogramm. In Workshops erhielten die Studierenden praxisnahe Tipps für die Arbeit in Apotheke und Industrie, etwa zur Zulassung von Arzneimitteln, Plausibilitätsprüfung und Rezeptur. Zwei Soft-Skill-Trainings behandelten Gehaltsverhandlungen im Praktischen Jahr (PJ) und emotionale Intelligenz im Apothekenalltag. Beim »Clinical Skills Event« bearbeiteten die Studierenden Patientenfälle zu Diabetes mellitus und arterieller Hypertonie – kleine Preise inklusive.

Die Beauftragte für Public Health, Christiane Donat, präsentierte zudem die Ergebnisse des diesjährigen Vampire Cups – einem weltweiten Blutspendemarathon. Leipzig ging als Gewinnerfachschaft in Deutschland hervor, gefolgt von Freiburg und Bonn. Insgesamt wurden 1972 Liter Vollblut gespendet.

Neue Positionen beschlossen

Bei der Bundesverbandstagung wurden mehrere neue Positionen verabschiedet. Im Positionspapier »Fachkräfte- und Nachwuchsmangel« spricht sich der BPhD dafür aus, die Nachwuchsgewinnung stärker in die Standespolitik einzubinden und Maßnahmen gegen Personalengpässe zu ergreifen. Zudem fordert der Verband mehr Pharmazie-Studienplätze sowie eine einheitliche Anerkennung der Ausbildung ausländischer Berufseinsteiger.

Das Positionspapier »Pharmazeutisch-Technische Assistent*innen« enthält Vorschläge, wie die Qualifikationen von PTA im Pharmaziestudium berücksichtigt werden könnten. Der BPhD fordert unter anderem Möglichkeiten zur Weiterqualifikation und eine bundesweit einheitliche Regelung für die Anrechnung von Ausbildungsinhalten von PTA sowie weiteren Berufen wie Chemielaboranten.

Im Positionspapier »Rahmenbedingungen in der Praktischen Ausbildung« wird darauf hingewiesen, dass der Übergangszeitraum zwischen dem Praktischen Jahr und der Approbation rechtlich nicht geregelt ist. Der BPhD fordert den Gesetzgeber auf, diesen Zeitraum anzupassen, um finanzielle Hürden für angehende Apotheker zu vermeiden.

Das dazugehörige Positionspapier »Begleitende Unterrichtsveranstaltungen in der Praktischen Ausbildung« enthält Vorschläge zur Gestaltung des praktikumsbegleitenden Unterrichts für Pharmazeuten im Praktikum. Vorgesehen ist unter anderem ein Modell für einen asynchronen modularen Unterricht, der gemeinsam mit der Bundesapothekerkammer entwickelt und getestet werden soll. Die Inhalte sollten aus Sicht der Studierenden erweitert werden – beispielsweise durch moderne, interaktive Lernmethoden und praxisnahe Schulungen zu Themen wie Medikationsanalyse, Erster Hilfe und Impfungen.

Wahlen

Auch Wahlen standen auf der Tagesordnung. Zum 1. Januar werden mehrere Ämter neu besetzt. So übernimmt etwa Maren Hamsen aus Braunschweig die Funktion der Beauftragten für PJ und Beruf, während Omied Mohseni aus Hamburg künftig als Kontaktperson für den internationalen Dachverband IPSF (International Pharmaceutical Students' Federation) fungiert.

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