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Großhandel
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Hochpreiser-Höchststand

Der Umsatz mit hochpreisigen Arzneimitteln im ersten Halbjahr 2024 einen »nie dagewesenen Höchststand« erreicht. Darauf weist der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels (Phagro) anlässlich seiner Halbjahresbilanz hin. Er fordert eine verlässliche Vergütung für die Vorfinanzierung.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 07.10.2024  13:22 Uhr

Das Geschäft mit sehr teuren Arzneimitteln explodiert demnach geradezu. Wie der Phagro heute berichtet, lag der Anteil der Hochpreiser beim Rx-Gesamtumsatz noch vor fünf Jahren bei 31,8 Prozent. In diesem Jahr habe er im Juli erstmals die 40-Prozent-Marke überschritten.  In Euro heißt dies: 2019 lag der Umsatz zur Jahresmitte bei 4,45 Milliarden Euro. 2024 stieg der Wert im ersten Halbjahr auf 7,03 Milliarden Euro. Der Phagro beruft sich auf Kennzahlen des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH).

Für den Großhandel bedeutet dies ein Minusgeschäft. Bekanntlich verdienen sie nicht mehr, je teurer ein Arzneimittel ist. Vielmehr ist der gesetzliche Großhandelszuschlag bei Hochpreisern, also Medikamenten, die mehr als 1200 Euro pro Packung kosten, auf 38,53 Euro pro Packung gedeckelt.

Deshalb seien hochpreisige Arzneimittel »ein empfindlicher Kostenfaktor«, so die beiden Phagro-Geschäftsführer Michael Dammann und Thomas Porstner. Hochpreiser zu beschaffen und zu lagern, koste in Zeiten hoher Zinsen viel Geld. Zur Erfüllung des gesetzlichen Sicherstellungsauftrags habe der Großhandel »enorme Anstrengungen« aufzubringen, um die teuren Präparate vorzuhalten.

Daher müsse die Politik für eine verlässliche Vergütung des vollversorgenden Großhandels sorgen. Schließlich stabilisiere dieser die Arzneimittelversorgung, indem er in Vorfinanzierungsleistung gehe. Hochpreiser gehörten inzwischen zum Tagesgeschäft – welches für Apotheken schlicht nicht leistbar wäre, denn »keine Apotheke kann Medikamente, deren Packungspreise in die Zehntausende gehen, für den Bedarfsfall vorhalten«, heißt es vom Phagro.

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