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Antioxidans
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Hilft Melatonin gegen DNA-Schäden durch Schlafmangel?

Melatonin reguliert nicht nur den Schlaf-Wach-Rhythmus, es ist auch ein starkes Antioxidans. Nun zeigt eine klinische Studie, dass das Hormon die Reparatur von DNA-Schäden bei Schichtarbeitern verbessern könnte.
AutorKontaktKatrin Faßnacht-Lee
Datum 17.03.2025  18:00 Uhr
Hilft Melatonin gegen DNA-Schäden durch Schlafmangel?

Der Mensch braucht Schlaf, um sich auszuruhen und leistungsstark zu sein. Außer für ein subjektives Gefühl der Erholung ist Schlaf auch für zahlreiche physiologische Prozesse wichtig; diese laufen währenddessen vor allem im ZNS ab und stärken den Organismus. Während des Schlafs regenerieren sich die Zellen, alte Zellbestandteile und Proteine werden durch Autophagie abgebaut und DNA-Schäden werden repariert.

Eine neue kanadische Studie deutet nun darauf hin, dass das Schlafhormon Melatonin die Reparaturmechanismen der DNA verstärken könnte. Das berichtet ein Team um Umaimah Zanif vom BC Cancer Research Institute in Vancouver im Fachjournal »Occupational & Environmental Medicine« (DOI: 10.1136/oemed-2024-109824).

Menschen, die in Schicht oder während der Nacht arbeiten, haben oft einen unregelmäßigen Schlafrhythmus und bilden aufgrund einer geringeren Tageslichtexposition mitunter weniger Melatonin. Die gestörte Schlafqualität steht mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Erkrankungen im Zusammenhang, unter anderem mit Krebs. Ein Grund hierfür könnte sein, dass oxidative DNA-Schäden nicht im gleichen Maß repariert werden können wie bei gutem Schlaf. Melatonin ist ein starkes Antioxidans, das auf verschiedene Weise oxidativen Stress verringern kann (Kasten). Ob eine Melatoningabe die DNA-Reparatur ankurbeln kann, haben die kanadischen Forschenden bei Nachtschichtarbeitern untersucht.

An der randomisierten Studie nahmen 40 Menschen zwischen 18 und 50 Jahren aus dem Großraum Vancouver teil, die seit mindestens sechs Monaten im Schichtdienst arbeiteten und dabei mindestens zwei aufeinanderfolgende Nachtschichten pro Woche absolvieren mussten. Die Probanden erhielten einen Monat lang vor ihrem Tagschlaf 3 mg Melatonin oder Placebo. Aschließend wurde die Kapazität zur Reparatur von oxidativen DNA-Schäden anhand des Markers 8-Hydroxy-2-Desoxyguanosin (8-OH-dG) im Urin bestimmt. Das Molekül entsteht bei der Reparatur von DNA und wird anschließend über den Urin ausgeschieden. Höhere Werte weisen darauf hin, dass beschädigte DNA erfolgreich repariert wurde.

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