Über die Apps der elektronischen Patientenakten (ePA) soll ein zentraler, digitaler Weg zu Behandlungen in Praxen bereitgestellt werden. / © Adobe Stock/PhotoGranary
Terminanfragen bei Ärztinnen und Ärzten sind oft keine ganz einfache Sache - wenn etwa das Telefon dauernd besetzt ist oder auf eine E-Mail keine schnelle Antwort kommt. Für Patientinnen und Patienten soll es daher nach Plänen von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bald auch einen zentralen digitalen Weg zu Behandlungen in den Praxen geben: über die Apps der elektronischen Patientenakten (ePA), wie ein Gesetzentwurf des Ressorts vorsieht. Kommen sollen auch E-Überweisungen zu Weiterbehandlungen.
Warken hatte schon deutlich gemacht, dass digitale Innovationen stärker im Versorgungsalltag verankert werden sollen. Zentrales Instrument dafür sollen die E-Akten sein, die rund 70 Millionen der 74 Millionen gesetzlich Versicherten von ihrer Kasse angelegt bekommen haben, was man für sich auch ablehnen kann. Kliniken und Praxen sind inzwischen verpflichtet, Daten wie Befunde oder Laborwerte einzustellen. Noch verwenden Millionen Versicherte ihre E-Akte aber nicht aktiv, um eigene Daten anzusehen oder sensible Inhalte zu sperren.
Bisher nütze die ePA vor allem Menschen mit einer Krankheitsgeschichte und vielen Befunden, sagte die Ministerin. Es gehe aber um praktischen Mehrwert für alle. Dafür plant das Ressort nun ein Gesetz. »Versicherten sollen nutzerfreundliche, digitale Wege in die ambulante Versorgung angeboten werden«, heißt es im Referentenentwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuerst berichtete der »Politico Pro-Newsletter Gesundheit« darüber.
Konkret sollen die Krankenkassen demnach spätestens ab Februar 2028 zusätzliche Funktionen in ihren ePA-Apps einrichten: zum Buchen von Terminen und mit einem Zugang zu einer standardisierten ersten Einschätzung von Beschwerden, nach der man bei Bedarf zu einem Behandlungstermin gelotst werden kann. Solche Ersteinschätzungen, bei denen man sich durch bestimmte Fragen klickt, werden schon beim Terminvermittlungsservice der Kassenärzte angeboten, der auch über die Hotline 116 117 erreichbar ist.