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Eingeengte Nerven
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Harmlos oder nicht? Wenn Füße oder Hände einschlafen

Nachts komisch gelegen, zu lange im Schneidersitz gesessen oder die Hand blöd abgestützt: Plötzlich fühlt sich das Bein taub an oder der Arm kribbelt. Meist kein Grund zur Sorge – aber manchmal doch.
AutorKontaktdpa
Datum 01.12.2025  09:00 Uhr
Harmlos oder nicht? Wenn Füße oder Hände einschlafen

Es kribbelt, prickelt oder fühlt sich einfach taub an – in bestimmten Körperhaltungen, etwa, wenn wir lange im Schneidersitz verweilen, kann es passieren, dass Nerven einengen oder schlechter durchblutet werden. Das spüren wir dann, sprechen von eingeschlafenen Armen oder Füßen. Die gute Nachricht: »Das, was jeder kennt, ist für sich genommen nicht gefährlich«, sagt die Neurologin Professor Dr. Claudia Sommer vom Uniklinikum Würzburg. Denn wenn man sich entsprechend bewegt und die Gliedmaßen streckt, schmerzt es vielleicht im ersten Moment oder prickelt noch einmal stark. »Aber dann hat man sich auch schnell wieder Erleichterung verschafft und das Problem behoben.«

Ältere Menschen haben häufiger eingeschlafene Gliedmaßen als jüngere. Ab etwa 50 Jahren setzt diese Entwicklung ein. Der Grund: Das Bindegewebe ist im Alter weniger straff. »Wenn man dann einen Arm an der Tischkante anlegt, führt das dazu, dass Nerven schneller gequetscht werden, weil es nicht mehr so viel Widerstand im Gewebe gibt«, erklärt Sommer.

Doch nicht immer steckt bloß eine harmlose Minderdurchblutung oder Nervenreizung hinter dem Kribbeln oder dem Taubheitsgefühl. Was sind Warnzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt? »Das Taubheitsempfinden darf nicht zu lange andauern«, sagt Schmerzforscherin Sommer. »Wenn wir gesund sind, schüttelt man sich und alles ist wieder gut. Aber wenn man merkt, dass man dauerhaft ein eingeschlafenes Gefühl hat, sollte man der Ursache auf den Grund gehen.« Das gilt vor allem auch dann, wenn es auf den ersten Blick keinen Anlass dafür gibt, dass Arme oder Beine prickeln oder taub werden. Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis.

Mögliche Ursachen für Taubheitsgefühle

»Bei Armen und Beinen kann es sich um ein neurologisches Problem handeln«, sagt Professor Dr. Alexander Oberhuber, Facharzt für Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Münster. Drei Beispiele dafür:

  1. Bandscheibenvorfall: Drückt das Bandscheibengewebe auf Nerven, können Taubheit und Kribbeln die Folge sein. Ist die Halswirbelsäule betroffen, macht sich das in Händen und/oder Fingern bemerkbar. Geht es um die Lendenwirbelsäule, zeigen sich die Empfindungsstörungen in Gesäß und/oder Beinen.
  2. Karpaltunnelsyndrom in der Hand: Durch den Karpaltunnel, also den Durchgang zwischen Hand und Unterarm, läuft der Mittelnerv. Hat er nicht genug Platz, kommen seine Signale nicht mehr richtig in der Hand an. Vor allem Daumen, Zeige- und Mittelfinger kribbeln dann, sind taub oder schmerzen. Ursache ist oft eine übermäßige Beanspruchung des Handgelenks, etwa durch die Arbeit am Computer. »Schon bei ersten Anzeichen sollte man tätig werden und prophylaktisch eine andere Tastatur oder Maus wählen, die ergonomisch besser sind«, rät Sommer.
  3. Ulnaris-Parese: Vor allem Rennradfahrer sind davon betroffen: Durch das Halten des Lenkers in einer bestimmten Stellung kann der Ulnaris-Nerv im Arm so beeinträchtigt werden, dass es sogar zu einem längerfristigen Schaden kommen kann. Betroffen sind Ringfinger und kleiner Finger. Ein korrekt eingestellter Lenker, regelmäßige Pausen und gut polsternde Handschuhe können helfen.

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