Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

ApoVWG-Anhörung
-
Hänel (FA) verzichtet doch auf AfD-Einladung

Am 4. März wird sich der Gesundheitsausschuss des Bundestages mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) befassen. Zur öffentlichen Anhörung wurden fast 40 Verbände eingeladen. Als »Auskunftsperson« wurde die Vorsitzende der Freien Apothekerschaft, Daniela Hänel, erneut von der AfD eingeladen. Hänel hat sich aber nun doch entschieden, der Einladung nicht zu folgen, wie sie der PZ mitteilte.
AutorKontaktCornelia Dölger
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 26.02.2026  12:02 Uhr

AfD missbraucht Apotheken-A

Gleichwohl versucht die AfD, die Apotheken für ihre Zwecke zu nutzen. Ungefragt wurde im bayerischen Kommunalwahlkampf das Apotheken-A auf einem Wahlplakat genutzt. Der Apothekerverband prüfte sofort, ob sich diese Nutzung unterbinden ließ, was sich aber offenbar aufgrund der fehlenden Wettbewerbsrelevanz als schwierig gestaltete.

Die Einladung der AfD zur Anhörung wird jedenfalls von der FA nun also doch ausgeschlagen. Inhaltlich dürfte sich die FA bei der Anhörung dennoch gut vertreten fühlen. Denn die Kritikpunkte des Vereins am Gesetzesentwurf decken sich weitestgehend mit denen der ABDA: höheres Honorar und Dynamisierung, keine PTA-Vertretung oder Erleichterungen für Zweigapotheken, keine Nullretaxationen und keine Teilmengenabrechnung in der Rezeptur. Außerdem wünscht sich die FA, dass die sogenannte »Länderliste« des Bundesgesundheitsministeriums zum Versandhandel aus dem EU-Ausland gestrichen wird. 

Rochell als Arbeitgeber-Vertreter eingeladen

Von der Unionsfraktion wurden Thomas Rochell und Marc Raddatz als Einzelsachverständige zur Anhörung eingeladen. Das Büro der Unions-Gesundheitssprecherin Simone Borchardt ließ die PZ wissen, dass Rochell aufgrund seiner Funktion als Arbeitgebervertreter eingeladen worden sei. Der AVWL-Chef ist auch Vorsitzender des Arbeitgeberverbands der deutschen Apotheker (ADA), die mit der Gewerkschaft Adexa über die Tarifverträge verhandelt. In den vergangenen Wochen und Monaten gab es zwischen ihm und Fraktionsvertretern, vor allem Borchardt, einen regen Austausch.

Rochell selbst zeigt sich gegenüber der PZ gespannt auf die Fragen der Ausschussmitglieder. Er möchte sich, falls ihm die Möglichkeit gegeben wird, gern zur Entwicklung der Tariflöhne äußern, zu den Auswirkungen der Mindestlohnerhöhungen und zur Kostenseite einer PTA-Vertretung.

2hm-Gutachterin auch geladen

Von der Grünen-Fraktion  wurde als Anhörungsperson Iris an der Heiden (IGES Institut GmbH) eingeladen. Die PZ wollte von der Grünen-Apothekenberichterstatterin Paula Piechotta wissen, ob dabei an der Heidens Beteiligung am umstrittenen »2hm«-Gutachten aus dem Jahr 2017 eine Rolle gespielt hat und ob dieses Gutachten in den aktuellen Reformplänen Berücksichtigung finden soll. Das Büro Piechotta bestätigte die Einladung, verwies aber ansonsten auf den Termin am 4. März.

Der Hattinger Rechtsanwalt Marc Raddatz steht auf der Liste der von der Unionsfraktion Benannten. Die Initiative kam von Stephan Pilsinger (CSU). Dem Unions-Apothekenberichterstatter ist Raddatz von einem Gespräch bekannt; man habe dabei festgestellt, dass man ähnliche Ziele, nämlich die Stärkung der Vor-Ort-Apotheken, verfolge, erklärte das Büro Pilsinger. Raddatz engagiert sich privat in der »Initiative Vor-Ort-Apotheken«. Im Apotheken-Protestjahr 2023 startete er die Petition »Perspektive für die Apotheke vor Ort - Streik Jetzt!«, die sich ans BMG und an die ABDA richtete. Die Petition sammelte 1343 Unterschriften.

Mehr von Avoxa