Shingrix ist derzeit der einzige Gürtelrose-Impfstoff, der in Deutschland auf dem Markt ist. / © Imago/Arnulf Hettrich
Die Impfung gegen Gürtelrose wird Menschen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko bereits ab 18 statt wie bisher ab 50 Jahren empfohlen. Das hatte die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI) bereits Anfang November bekannt gegeben. Ein entsprechender Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) trat nun am heutigen Freitag in Kraft.
Ein erhöhtes Risiko gibt es dem G-BA zufolge bei einer schwer ausgeprägten chronischen Grunderkrankung wie Diabetes, Niereninsuffizienz, Arthritis, entzündlichen Darmerkrankungen, Asthma oder der Lungenerkrankung COPD sowie bei Immunschwäche. Als Standardimpfung gilt die Impfung weiterhin für alle Menschen ab 60 Jahren. Empfohlen werde eine zweimalige Impfung im Abstand von mindestens zwei bis maximal sechs Monaten mit einem Totimpfstoff. Nach bisherigem Kenntnisstand halte die Schutzwirkung der Impfung mindestens zehn Jahre an, hieß es.
Die STIKO empfiehlt dafür einen adjuvantierten Subunit-Totimpfstoff. Das Paul-Ehrlich-Institut listet hier nur Shingrix® von Glaxo-Smith-Kline. Er ist für die generelle Anwendung ab 50 Jahren sowie ab 18 Jahren bei erhöhter Gefährdung für Herpes zoster zugelassen.
Die Impfung richtet sich gegen das Varizella-Zoster-Virus, das beim Menschen zunächst Windpocken hervorrufen kann und dann lebenslang im Körper schlummert. Bei älteren Menschen oder solchen mit geschwächtem Immunsystem kann das Virus reaktiviert werden und Gürtelrose (Herpes zoster) verursachen, einen oft sehr schmerzhaften Hautausschlag. Möglich sind zudem über Monate oder Jahre anhaltende, schmerzhafte Nervenschäden, Sehkraft- oder Hörminderungen sowie eine Lähmung des Gesichtsnervs.
Für immungeschwächte Menschen, solche mit Autoimmunerkrankungen oder mit schweren Ausprägungen bestimmter chronischer Grunderkrankungen besteht der STIKO zufolge unabhängig vom Alter ein erhöhtes Risiko, an Gürtelrose zu erkranken. Auch das Risiko für schwere Krankheitsverläufe sowie für Folgeerkrankungen sei größer als bei Immungesunden.
Leichte oder unkomplizierte beziehungsweise medikamentös gut kontrollierte Formen chronischer Grunderkrankungen bei Menschen zwischen 18 und 59 Jahren sind nach Einschätzung der STIKO nicht mit deutlich erhöhten Risiken verknüpft. Für sie gilt die Empfehlung daher nicht.